Ein Portfolio aus 15 Aktien bietet eine ausreichende Risikostreuung. - © afp/Johannes Eisele
Ein Portfolio aus 15 Aktien bietet eine ausreichende Risikostreuung. - © afp/Johannes Eisele

Verschiedene Investmentstile zeigen je nach Konjunktur und Marktumfeld ihre besonderen Stärken. Das konzentrierte Investment in Qualitätswachstumsaktien, wie es Fondsverwalter wie Comgest betreiben, ist ein Anlagestil, der seine Überlegenheit über die vergangenen 30 Jahre langfristig und bei kontrollierter Volatilität (Schwankung) über alle Markt- und Konjunkturphasen hinweg sowie in unterschiedlichen regionalen Märkten unter Beweis gestellt hat.

Der wichtigste Kurstreiber einer Aktie ist nach diesem Ansatz das langfristige Gewinnwachstum. Der Anlagestil konzentriert sich auf Wachstumstrends, die auf unternehmensspezifischen Stärken und Fähigkeiten beruhen. Zyklische und konjunkturelle Faktoren, wie etwa die Prognosen des weltweiten Wirtschaftswachstums, spielen hierbei keine Rolle. Dagegen zählen Innovationskraft oder geografische Expansion eines Unternehmens, denn solche Faktoren sind bei genauer Kenntnis der Unternehmen gut vorhersehbar und damit einschätzbar.

Wolfgang Fickus ist nach Stationen bei Paribas Asset Management in Paris und der WestLB nun Mitglied des Investmentkomitees bei der Fondsverwaltungsgesellschaft Comgest. - © Comgest
Wolfgang Fickus ist nach Stationen bei Paribas Asset Management in Paris und der WestLB nun Mitglied des Investmentkomitees bei der Fondsverwaltungsgesellschaft Comgest. - © Comgest

Gewinnprognosen
konsequent realisieren

Das wichtigste äußere Merkmal solcher Qualitätsunternehmen ist, dass sie ihre Gewinnprognosen konsequent realisieren. Ein entscheidender Unterschied zu anderen Investmentstilen liegt dabei im betrachteten Zeithorizont. Denn während der Kapitalmarkt häufig nur kurze Perioden von zwei bis drei Jahren berücksichtigt, besteht bei Unternehmen, die über längere Zeiträume ein hohes Gewinnwachstum aufweisen, langfristiges Wertsteigerungspotenzial. Um dieses zu heben, ist als Investor ein entsprechend langfristiges Engagement von fünf bis zehn Jahren notwendig. In der Praxis funktioniert dieser Ansatz vor allem dann, wenn die Langfristigkeit integraler Teil der Firmenphilosophie des Investors ist und Portfoliomanager und Analysten entsprechend incentiviert werden.

Aber was macht Unternehmen mit langfristigem und vorhersehbarem Gewinnwachstum aus? Zunächst zeichnen sie sich durch robuste Geschäftsmodelle aus. Auch Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Aspekte haben maßgeblichen Einfluss auf den langfristigen Erfolg eines Unternehmens. Ein Unternehmen, das fair mit Umwelt, Mitarbeitern und Zulieferern umgeht und von einem kompetenten, unabhängigen und kritischen Aufsichtsrat kontrolliert wird, reduziert Risiken.

Ein fokussierter Investmentprozess, der Nachhaltigkeitskriterien von vornherein integriert, profitiert von diesem Faktor. Studien haben gezeigt, dass konzentrierte Portfolios aus 15 Aktien eine ausreichende Risikostreuung und optimale Risiko-Rendite-Profile bieten. Im Vergleich dazu neigen größere Portfolios dazu, starke Ideen zur Aktienauswahl zu verwässern, ohne das Risikoprofil des Portfolios wirklich zu verbessern.

Die Bewertung bei der Aktienauswahl spielt noch immer eine wichtige Rolle. Jedes Unternehmen zeichnet sich durch eine einmalige Kombination der Variablen Wachstum, Risiko und Bewertung aus. Wenn Portfoliomanager ihr Portfolio aufbauen, suchen sie nach dem optimalen Mix dieser Variablen. Essenziell ist jedoch immer, dass es sich um qualitativ hochwertige Unternehmen handelt. Nur in diesem Fall ist die Aussicht auf langfristiges Gewinnwachstum gegeben.