Strukturelle Benachteiligung aufgrund des Geschlechts

Frauen sind auch nicht die besseren Menschen und müssen daher nicht idealisiert werden. Sie sind, wie alle Menschen, verschieden, haben zur Frauenfrage unterschiedliche Positionen und stehen nicht als geschlossener Block "den Männern" gegenüber. Aber was sie eint, ist mit Blick auf eine theologisch und rechtlich abgesegnete Gestaltungsmacht die strukturelle Benachteiligung aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit. Und auch Strukturen verkünden als gleichsam "geronnener Geist" eine kirchliche Botschaft.

Die Kirche ist verpflichtet, Änderungen immer in Treue zu ihrer Tradition zu realisieren. Als Pastoraltheologin maße ich mir deshalb kein letztgültiges Urteil über die Frage nach der Öffnung des kirchlichen Amtes an. Aber ich erinnere daran, dass mit der Verpflichtung, die "Zeichen der Zeit" zu prüfen, auch die Gegenwart als eine theologische Quelle von Autorität anerkannt wurde. Deshalb sollte man den Weckruf der Frauen ernstnehmen.

Droht nach dem Verlust der Arbeiter nun der Verlust der Frauen?