Diese Menschen haben etwas komplett richtig verstanden: Wir müssen umweltfreundlicher leben, und somit auch umweltfreundlicher konsumieren. Vegan leben verkleinert den persönlichen Fußabdruck, und auch ein Zero-Waste-Lifestyle ist erstrebenswert, will man einen kleinen Teil beitragen.

Zero-Waste-Lifestyle als neue Zielgruppe für die Wirtschaft

Natürlich ist auf Industrie und Wirtschaft Verlass: Anhänger veganer Zero-Waste-Lifestyles - und auch jene, die einfach nur begonnen haben, ihren eigenen Konsum wenigstens ein bisschen zu hinterfragen - sind als neue Zielgruppe identifiziert worden. Der man - richtig geraten - wieder etwas verkaufen kann. Und zwar nicht mit gutem Weil-ich-es-mir-wert-bin-Gewissen, sondern mit einer ganz großen Portion miesem Gefühl. Kein einziger Otto Normalverbraucher und keine einzige Ottilie Normalverbraucherin wird es schaffen, durch ihren Konsum den Klimawandel aufzuhalten. Doch das müssen sie ja nicht wissen! Nein, besser, man erklärt ihnen, dass sie bitte die gesamte Verantwortung des Klimawandels auf ihre Schultern nehmen sollen. Damit sie sich so richtig schlecht fühlen, wenn sich einmal etwas "Klimaunfreundliches" nicht vermeiden lässt. Denn dann kann man ihnen den dritten Thermosbecher für den Coffee-to-go leichter einreden. Und kann verschleiern, dass man selbst als produzierende Industrie eigentlich an einem viel größeren Hebel sitzt. Besser den Leuten weiter Zeug andrehen. Gegen den Klimawandel hilft halt nicht, wenn man zwar bessere Produkte, aber immer noch gleich viel kauft. "Verzicht" ist das Zauberwort.

Erst kürzlich wurde auf der Website der Online-Videothek "Films for Action", ein beeindruckender Überblick präsentiert: Es sind nur rund 100 Menschen, die unseren Planeten ruinieren. Würden diese 100 Menschen ihr beruflichen Entscheidungen in Zukunft auf Grundlage der Prämisse, dass es den Klimawandel aufzuhalten gibt, treffen - es würde sich massiv etwas ändern. Auf der Liste ist übrigens auch OMV-Chef Rainer Seele.

Doch halt, ganz so schwarz-weiß ist die Sache auch nicht. Es kann nicht darum gehen, in ein apologetisches "Ich kann doch eh nichts ändern"-Weinen zu verfallen. Natürlich kann jede und jeder Einzelne etwas tun. Doch was ist am effektivsten? Im Grunde sind es vier Verhaltensänderungen, die das persönliche CO2-Konto signifikant verkleinern können:

1.Iss weniger Fleisch - oder am besten gar keines mehr

Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als drei Portionen zu 100 bis 150 Gramm Fleisch pro Woche zu essen. Doch pro Kopf essen wir in Österreich (und auch in anderen europäischen Ländern) das Dreifache. Der Fleischkonsum hat jedoch nicht nur ungesunde Auswirkungen auf unsere eigenen Körper, sondern auch auf die Umwelt: Ein Tier, das geschlachtet werden soll, muss erst einmal gefüttert werden. Für die Produktion der Futtermittel für Masttiere geht mehr als die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche der EU drauf. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass allein die Nutztierhaltung weltweit für fast 15 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist - Tendenz rasant steigend. Es wird Zeit, dass wir zum guten alten Sonntagsbraten zurückkehren - und zwar nur am Sonntag, wenn überhaupt.