Es gibt Apps und digitale Medien, die zum Beispiel mittels Quiz das Gelesene abfragen, andere haben eine Vorlesefunktion, die sehr bereichernd sein kann, und vieles mehr. Bei uns im Bildungsmedienverlag Jungösterreich, der seit mehr als 70 Jahren unter anderem auch die Schülerzeitschriften "JÖ", "Topic" und die "Spatzenpost" in Österreich verlegt und den Schulen anbietet, setzen wir deshalb neben der Pflege und Fortentwicklung der gedruckten Medien seit einigen Jahren bereits auf die begleitende Digitalisierung unserer Angebote - zum Beispiel ab Herbst in Form von ergänzenden Digitalmagazinen.

Gedruckte Bücher und Magazine haben eine Zukunft

So wichtig die Integration von digitalen Medien und Angeboten für die kindliche Leseförderung auch ist, so sehr bin ich auch überzeugt, dass unsere Kinder noch länger von gedruckten Büchern und Magazinen begleitet werden. Eine Studie des Profiling Instituts in Deutschland hat zum Beispiel festgestellt, dass traditionelle Medien wie gedruckte Bücher noch immer die Favoriten der Kinder zwischen 4 und 13 Jahren sind. 72 Prozent der Befragten schauen mehrmals die Woche in ein Buch, eine Zeitschrift oder ein Comic-Heft. Basierend auf aktuellen Daten des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels gab es 2018 auch wieder mehr Buchkäufe, und der Umsatz stieg innerhalb der ersten fünf Monate um fast 5 Prozent.

Dies zeigt eine Gegenbewegung, die vor allem von der Jugend ausgeht. Sie hat wieder mehr Gefallen an gedruckten Büchern gefunden und bewirkt somit einen Trendwechsel. Denn das Gefühl, ein schön gestaltetes Buch oder eine Zeitschrift in den Händen zu halten, kann durch elektronische Geräte nicht ersetzt werden. Kinder können viele erforderliche Kompetenzen nur über das klassische Schreiben und Lesen entwickeln.

Daher werden sich die gedruckten Leseangebote von ihrem Inhalt und Nutzen her zum Teil verändern. Das heißt, sie werden sich weiterentwickeln - aber vorhanden werden sie auch zukünftig sein. Um der nächsten Generation die Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit des Lesens nahezubringen, sollte ihr Leseinteresse gestärkt werden. Ganz egal, ob das bedeutet, ein Buch oder eine Zeitschrift aufzuschlagen und zu lesen oder dafür ein technisches Gerät in die Hand zu nehmen. Schlussendlich ist das Wichtigste, dass der Spaß und das Interesse am Lesen nicht verloren gehen.