In Europa fehlt zu allererst eine Akkuproduktion. Es fehlen die chemischen Vorprodukte. Die europäischen Chemiekonzerne haben es bis heute nicht gewagt, in diese Produktion einzusteigen. Ihre Aktivität beschränkt sich darauf, ein Wasserstoffauto zu versprechen. Auf der anderen Seite produzieren die Autokonzerne nicht mehr selbst, sie schrauben nur zusammen. Somit sehen sie es auch nicht als ihre Aufgabe, in die Akkuproduktion einzusteigen. Man begnügt sich bisher mit kleinen Lieferkontingenten aus Asien. Wobei Südkorea, Japan und China verständlicherweise kein Interesse haben, europäischen E-Autos auf die Sprünge zu helfen.

Es gibt Unternehmen, die sich für die Zukunft rüsten. Zum Beispiel entwickelte die Voest selbstklebende Bleche für Rotor- und Statorpakete in hocheffizienten E-Motoren. Kleben statt Schrauben ermöglicht kostengünstigere und effizientere Motorkonstruktionen. Im globalen Wettbewerb liegt dieses Voest-Blech mit seiner elektromagnetischen Qualität ganz vorn. Auch der heimische Gleitlagerhersteller Miba ist mit Produktionsanlagen für Elektromotor-Statoren sowie intelligenten Kühllösungen für Akkus und Leistungselektronik in E-Autos gut aufgestellt. Der deutsche Getriebehersteller ZF hat seine neue Automatikgetriebeserie mit der Einbaumöglichkeit eines E-Motors für Hybridautos vorbereitet.

E-Lösungen in der Schublade

Glaubt man den Pressemeldungen, haben die Autokonstrukteure E-Lösungen für die gesamte Autopalette bereits in der Schublade, und zwar vom kleinen fahrbaren Regenmantel bis zum Lieferwagen. Wenn Akkus noch knapp und teuer sind, kann man quer zur unsinnigen Reichweitendiskussion mit Plug-in-Hybriden eine Übergangslösung anbieten, die zumindest einmal den Stadtverkehr, den Weg zur Arbeit und die Fahrt zum Supermarkt elektrisch bewältigt. Es fehlt nur noch eine Akkuproduktion in Europa. Hier dürfen die Autohersteller nicht mehr warten, sie müssen selbst und am besten gemeinsam eine Akkuproduktion starten. Zögert man in Europa noch länger, wird Asien gewinnen.

Damit die Wende im Verkehr wirklich gelingt, ist neben der E-Mobilität auch der Ausbau von Parkplätzen an außerstädtischen Bahnstationen unerlässlich. Parkhäuser in St. Pölten, Wels oder Linz, wie sie aktuell gebaut werden, ziehen die Anreise zur Bahn zeitraubend und luftbelastend in die überfüllten Städte. Stattdessen sind schnell erreichbare Parkplätze an neuen Bahnstationen außerhalb der Städte die deutlich bessere Wahl. Die Park&Ride-Bahnstation Tullnerfeld zum Beispiel hat bereits zu wenig Parkplätze und zeigt damit, dass solche Lösungen von den Pendlern angenommen werden. Kann man dort auch ein kleines Elektroauto aufladen, ist dieses in Kombination mit der Bahn eine konkurrenzfähige Alternative für Pendler. Und mit den vielen kleinen Akkus an einen Ort versammelt, erhält die Stromversorgung einen großen regelbaren Speicher für die Überschüsse aus Wind und Sonne.