Hessel Kaastra ist Geschäftsführer des weltweit tätigen Fuhrparkanbieters LeasePlan. - © Barbara Pusch
Hessel Kaastra ist Geschäftsführer des weltweit tätigen Fuhrparkanbieters LeasePlan. - © Barbara Pusch

Rund 560 Euro pro Monat geben Nutzer von Klein- oder Mittelklassewagen mit Benzin- oder Dieselantrieb in Österreich für Mobilität aus. E-Autos sind im Vergleich dazu auf dem Papier mit rund 850 Euro monatlich zwar immer noch teurer, aber in der Realität oft schon günstiger als die klassischen Verbrenner, wenn man die zahlreichen staatlichen Förderungen berücksichtigt.

Österreich gilt inzwischen als eines der Stromer-freundlichsten Länder Europas. In Österreich wird der Umstieg auf E-Mobilität in einem Ausmaß staatlich gefördert und subventioniert wie in keinem anderen europäischen Land. Solange sich diese Rahmenbedingungen nicht ändern, können E-Autos - abzüglich aller steuerlichen Vorteile und Förderungen - bei der Kostenfrage mit Diesel- und Benzin-Pkw durchaus mithalten oder sogar günstiger sein.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das: Ein strombetriebener Mittelklasse-Pkw kommt über eine Nutzungsdauer von vier Jahren und mit einer Laufleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr abzüglich aller Förderungen und Subventionen bereits günstiger als ein Diesel- oder Benzinfahrzeug derselben Kategorie. In einem Fall wird das besonders deutlich: Während
die benzin- beziehungsweise dieselbetriebene Variante bei einem All-in-Leasing inklusive Versicherung, Service, Reifen und Tanken mit mehr als 800 Euro monatlich zu Buche schlägt, steigen Nutzer des strombetriebenen Modells mit knapp 620 Euro pro Monat derzeit deutlich günstiger aus.
Bei diesen 620 Euro sind alle derzeit geltenden staatlichen Förderungen und Anreize berücksichtigt, so wie es in der Realität für Nutzer eines E-Autos auch der Fall wäre. So sind E-Autos in Österreich vorsteuerabzugsberechtigt sowie NoVA- und sachbezugsbefreit. Die Anschaffung von E-Autos wird derzeit zudem mit einem E-Mobilitätsbonus in Höhe von 3000 Euro pro Fahrzeug gefördert.

Nicht nur bei der Privatnutzung, sondern auch im Geschäftsumfeld lässt sich bei den Mobilitätspräferenzen ein starker Trend hin zur E-Mobilität beobachten. Darauf reagiert auch die Automobilbranche: Hersteller investieren immer stärker in die Weiterentwicklung von E-Fahrzeugen. Das hat zur Folge, dass das Angebot an Modellen steigt und die Kosten europaweit konkurrenzfähiger werden. So zeigt der "Car Cost Index" von LeasePlan, der heuer in 18 europäischen Ländern erhoben wurde, dass E-Autos insbesondere in Nordeuropa bereits erschwinglich sind und sich das Kostengefälle in anderen Ländern zunehmend ausgleicht.

Damit diese positive Entwicklung weiter voranschreitet, müssen Europas Regierungen ihre Anstrengungen verstärken und sich zu langfristigen, ökologischen Anreizen und Infrastrukturprojekten im Bereich der E-Mobilität verpflichten. Um in unserer Branche dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen, ist der Umstieg auf alternative Antriebe unausweichlich. E-Mobilität wird in Zukunft immer praktikabler werden. Vor allem im urbanen Umfeld mit guter Ladeinfrastruktur lohnt sich ein Umstieg.