Anfang Oktober beginnen an den Universitäten die Lehrveranstaltungen wieder. Für viele junge Menschen ist es das erste Semester. Gerade der Beginn an einer Universität dient oft zur Orientierung, denn vieles ist neu. Vor allem die starke Selbstorganisation, die notwendig ist, kann durchaus eine Herausforderung sein. In der Schule gibt es einen weitgehend fixen Stundenplan, an Universitäten muss man selbst entscheiden, wann welche Lehrveranstaltungen besucht und absolviert werden. Wichtig ist, dass sich Studieninteressierte so früh wie möglich über das unterschiedliche Studienangebot an den Universitäten informieren. Denn Befragungen und Analysen zeigen, dass es bestimmte Indikatoren gibt, wann Studierende ihr Studium erfolgreich abschließen.

  • Frühzeitige Auseinandersetzung mit der Universität
Edeltraud Hanappi-Egger ist seit 2015 Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien. - © Klaus Vyhnalek
Edeltraud Hanappi-Egger ist seit 2015 Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien. - © Klaus Vyhnalek

Universitäten bieten sowohl Studieninteressierten als auch Erstsemestrigen vielfältige Programme, Beratungsmöglichkeiten und Self Assessments, um sie bestmöglich zu informieren und vorzubereiten. Es fällt auf, dass das Interesse an solchen Informationsveranstaltungen kontinuierlich steigt. Die Nachfrage von Schulklassen, die beispielsweise die WU Wien näher kennenlernen wollen, hat sich seit 2013 fast verdoppelt. Knapp 2300 Schülerinnen und Schüler waren vergangenes Jahr im Rahmen des Programms "WU@School" zu Gast auf dem Campus, am Ende des heurigen Jahres werden es noch mehr sein. Gleichzeitig besuchen gut 1400 Personen einen Tag der offenen Tür.

Diese Zahlen sowie regelmäßige Befragungen unter WU-Studierenden zeigen sehr deutlich, dass die Entscheidung, ein Studium zu beginnen, keine spontane, sondern wohlüberlegt ist und bereits lange vor der Matura getroffen wird. Und das ist auch gut so, denn der Zeitpunkt, wann ein Studium begonnen wird, hat signifikanten Einfluss auf die Studienaktivität: Je früher die Entscheidung für ein Studium generell getroffen wird, desto höher sind die ECTS/positiv bestandenen Prüfungen, die im Durchschnitt absolviert werden. Jene, die sich erst kurz vor Studienbeginn für das gewählte Studium entschieden haben, sind inaktiver als alle anderen Gruppen.

  • Das Studium nach Interessen wählen

Eine gut durchdachte Studienwahl hängt natürlich in der Regel mit dem Interesse am Fach zusammen. Das ist daher naturgemäß ein wichtiger Erfolgsfaktor. Das fachliche Interesse als Motiv ist für einen erfolgreichen Abschluss auch viel wichtiger als jenes, später einmal Karriere machen zu wollen: Studierende, die ein Studium lediglich aus beruflichen oder finanziellen Gründen wählen, sind prüfungsinaktiver.