Vorige Woche sah ich in Innsbruck zu meiner Freude im Haus der Musik die Wanderausstellung "Nur die Geigen sind geblieben. Alma und Arnold Rosé", die vom Haus der Geschichte in Wien konzipiert und realisiert worden war. Es ist schön, dass die Aktivitäten dieses neuen zeitgeschichtlichen Museums bis nach Tirol und weit darüber hinaus reichen: Nächste Station der Ausstellung wird in London sein.

Stabile Planungsgrundlagen für die Zukunft schaffen

Dem Haus der Geschichte Österreich als Museum, Ort politisch-historischer Bildung und Diskussionsforum ist es bereits im ersten Jahr seiner Existenz gelungen zu zeigen: Dieses zeitgeschichtliche Museum schließt eine Lücke, und damit bringt sich die Republik Österreich endlich in eine europäische Museumslandschaft ein, die in anderen Ländern längst als demokratiepolitische Notwendigkeit erkannt wurde. Dennoch ist die aktuelle Situation dieser wichtigen Bildungseinrichtung, die vor allem auch jungen Menschen die Bedeutung der Demokratie vermittelt, derzeit noch sehr prekär. Es braucht mehr Platz und mehr Budget, um den guten Weg, der begonnen wurde, fortsetzen zu können. Die Fortsetzung der Wahrung der wissenschaftlichen Unabhängigkeit dieser Institution ist unverzichtbar.

Es wäre zu wünschen, dass die künftige Bundesregierung - welche Zusammensetzung sie auch immer haben wird - die Verbesserung der Lage des Hauses der Geschichte Österreich zu einem ihrer wichtigsten kulturpolitischen Projekte erklärt und stabile Planungsgrundlagen schafft. Schließlich begehen wir am 27. April 2020, also in sechs Monaten, den 75. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung Österreichs: ein guter Anlass, sich stolz, aber auch selbstkritisch einer konstruktiven Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit zu stellen. 75 Jahre nach der Befreiung Österreichs von der NS-Diktatur muss eine entsprechende geschichtspolitische Haltung zum unverhandelbaren Bestandteil österreichischer Identität gehören. Das Haus der Geschichte leistet dazu einen wesentlichen Beitrag.

Wenn es also in jüngster Zeit relativ still um Pläne für die Fortsetzung und Erweiterung der Tätigkeit des Hauses der Geschichte geworden ist, dann hoffe ich, dass dies Ausdruck einer schöpferischen Stille ist und nicht von Mutlosigkeit und Desinteresse.