Vermehrt in unsere Mitarbeiter investieren!

Wenn es am Arbeitsmarkt immer schwieriger wird, geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die anspruchsvollen Jobs zu gewinnen, dann kann eine Rückbesinnung auf den "Entwicklungsgedanken" im Personalmanagement zumindest ein Ansatz sein, um die erforderlichen Personalressourcen in Zukunft zur Verfügung zu haben. Bei den Gemeinden beobachtet das "Zentrum für Verwaltungsforschung" in letzter Zeit wieder ein stärkeres Engagement für die Ausbildung von Lehrlingen, einzelne große Städte planen sogar, Trainee-Programme einzuführen. Im Bundesdienst wird von den Ministerien für die neuen Mitarbeiterinnen eine mehrjährige Grundausbildung mit Seminaren, Rotationen und schriftlichen Projektarbeiten angeboten. Die Größe der Bundesverwaltung ermöglicht spannende Wechsel innerhalb des Bundesdienstes in unterschiedlichste Berufsbereiche und bietet damit interne Karrieremöglichkeiten.

Zu den besonderen Incentives öffentlicher Arbeitgeber zählen die vielfältigen kostenlosen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten während der Arbeitszeit. Ein Entwicklungshemmnis bei den Gemeinden könnten in Zukunft die vergleichsweise (viel zu) kleinen Weiterbildungsbudgets sein.

Zusammenarbeit verstärken und Synergien nutzen

Die öffentlichen Arbeitgeber sitzen im gleichen Boot. Da liegt es nahe, die Kräfte zu bündeln und sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen und neue Partnerschaften zu begründen. Trotz aller Unterschiede bieten sich mehrere Ansatzpunkte für eine verstärkte Kooperation an. Zum Beispiel gemeinsam für den öffentlichen Dienst werben und als attraktive Arbeitgeber sichtbar werden. Oder eine gemeinsame Jobbörse schaffen sowie im Zuge einer Modernisierung der bestehenden Plattform des Bundes prüfen, ob und wie die Gemeinden diese Plattform nutzen könnten; Kooperationen in der Lehrlingsausbildung suchen und Austauschprogramme in den jeweils anderen Sektoren entwickeln. Auch gemeinsame Standardtools des Personalmanagements könnten entwickelt werden, etwa Leitfäden zum Onboarding oder zur Personalauswahl. Es braucht auch neue Möglichkeiten für den ebenenübergreifenden Erfahrungsaustausch, wie eine jährliche Personalkonferenz des öffentlichen Dienstes, gemeinsame Innovationslabs und vermehrte Jobrotationen über die Gebietskörperschaftsgrenzen hinweg.

Wir sind zum Erfolg verpflichtet. Ein gut funktionierender öffentlicher Sektor ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg des Wirtschaftsstandorts Österreich und für die weiterhin hohe Lebensqualität im Land. Die beschriebenen Herausforderungen müssen angenommen werden. Das geht nur, wenn bei allen Verantwortlichen und Beteiligten die Bereitschaft zu Veränderung beim Personalmanagement gestärkt wird und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst nicht nur als "Kosten" gesehen werden, sondern als das, was sie sind: Der öffentliche Dienst erbringt Dienstleistungen für und an Menschen. Und das geht in erster Linie durch Menschen. Deren Potenziale, Fähigkeiten, Qualifikationen und Haltungen entscheiden über den Erfolg der Verwaltungen.