Erst im Anschluss entwickelte es sich so, wie wir es heute kennen. Im Laufe der 1990er befeuerten globale Marktveränderungen und neue Wettbewerbssituationen die Branche und veränderten sie nachhaltig. Die damalige Situation ist mit der heutigen durchaus vergleichbar: Neue Technologien, anspruchsvollere Kunden und intensiver Wettbewerb in dynamischem Umfeld machten und machen es angesichts immer größerer Aufgabenvielfalt schwerer, alle erfolgskritischen Kompetenzen stets selbst vorzuhalten.

Kombination aus Strategiearbeit und operativer Umsetzung

Im Vergleich zu diesen komplexen Tätigkeitsfeldern ist die Unternehmensrettung aber medial ein griffigeres Motiv. Robert Eichinger, Interim-Manager und Vorstandsmitglied der DÖIM, erklärt, dass zwar etwa drei Viertel der Aufträge Ausbau und Wachstum gelten, Restrukturierungen aber wohl einfach spannendere Storys ausmachen. Vielleicht ist es auch die Kombination aus Strategiearbeit und gleichzeitiger operativer Umsetzung, die diese Dienstleistung für manche schwer einschätzbar macht. Als Definition hat sich durchgesetzt: Beim Auftrag handelt es sich um eine zeitlich genau abgegrenzte Managementaufgabe, die einem besonderen Zweck dient und dafür mit bestimmten Befugnissen ausgestattet ist.

Der allgegenwärtige Wandel in den Unternehmen wird die Dienstleistung Interim-Management auch in Österreich weiter antreiben, so viel scheint sicher. "Fachexperten mit entsprechendem Organisationswissen und Change-Erfahrung werden für österreichische Betriebe immer wichtiger. Im Zentrum steht dabei selten eine Sanierung, vielmehr geht es für die Unternehmen um Geschäftsentwicklung und darum, Chancen erkennen und nutzen zu können", erklärt Lettmann.