Der Verkehrssektor ist extremen Wetterereignissen und von diesen induzierten Schadprozessen (wie Hangrutschungen oder Überflutungen), die mit dem sich immer deutlicher entfaltenden Klimawandel zunehmen, unmittelbar ausgesetzt.

Christoph Matulla studierte theoretische Physik, dissertierte auf dem Gebiet der Klimaforschung, habilitierte sich in Klimatologie und Klimasystemmodellierung. 2007 wurde er aus Toronto, wo er bei Environment Canada arbeitete, an die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gerufen, wo er das Climate Impact Team der Abteilung Klimaforschung leitet. - © privat
Christoph Matulla studierte theoretische Physik, dissertierte auf dem Gebiet der Klimaforschung, habilitierte sich in Klimatologie und Klimasystemmodellierung. 2007 wurde er aus Toronto, wo er bei Environment Canada arbeitete, an die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gerufen, wo er das Climate Impact Team der Abteilung Klimaforschung leitet. - © privat

EU-weit belaufen sich die Schäden mittlerweile auf rund 5 Milliarden Euro pro Jahr (in Österreich rund 42 Millionen Euro). Gleichzeitig trägt der Verkehrssektor selbst mit 23 Prozent der in Europa emittierten Treibhausgase (in Österreich etwa 30 Prozent) erheblich zum Klimawandel bei. In Österreich hat sich der Energiebedarf des Verkehrs - der zu fast 90 Prozent auf Kraftfahrzeuge entfällt, die zu mehr als 90 Prozent fossil betrieben werden - seit 1990 beinahe verdoppelt.

Nachhaltige Mobilität erfordert daher sowohl die effiziente Umsetzung effektiver Adaptionsstrategien um die künftigen Auswirkungen des Klimawandels auf den Verkehrssektor beherrschbar zu halten, als auch eine dramatische und möglichst rasche Reduktion der Emissionen.

Die Dringlichkeit der Reduktion zeigt der Umstand, dass das mit dem Ziel, die Zunahme der globalen Mitteltemperatur am Ende des 21 Jahrhunderts auf unter 2 Grad Celsius gegenüber der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu beschränken, kompatible Emissionsvolumen bei Fortsetzung der gegenwärtigen Entwicklung schon vor dem Jahr 2040 erschöpft wäre. Soll das im Jahr 2015 in Paris von 196 Ländern beschlossene 2-Grad-Ziel eingehalten werden, muss der Verkehr bis 2050 von fossilen Energieträgern unabhängig werden.

Das bedeutet neben der massiven Förderung von E-Mobilität und der Nutzung erneuerbarer Ressourcen zur Deckung des Energiebedarfs auch einen Wandel der Wahrnehmung des Autos vom Status identitätsstiftender Begehrlichkeit zum (zunehmend autonomen) Transportmittel, das anlassbezogen von vielen genutzt werden kann.

Noch können Gesellschaft, Politik und Industrie die Herausforderungen auf dem Weg zur Realisierung des 2-Grad-Ziels meistern. Es erfordert gemeinsames, entschlossenes Handeln und zügiges Vorantreiben der Entwicklung in den viel Feldern -- E-Mobilität, Umstellung auf erneuerbare Energie, Sharing und autonome Mobilität.