"Wenn alle das Gleiche denken, wird nicht viel gedacht", sagte Karl Valentin. Wenn das stimmt, verläuft die Medienberichterstattung zum Klimawandel recht gedankenarm. Immer wieder hört und liest man: "Die Wissenschaft ist sich einig . . .", ". . . es besteht Konsens, dass . . . die Erderwärmung durch den Menschen und die Zunahme des (bösen) CO2 verursacht wird . . . der Meeresspiegel meterhoch ansteigen wird" und es fast schon zu spät für die "Umkehr" ist. Vom Weltklimarat und den Klimaforschern der UNO-Gründung IPCC wird die Verringerung der Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen als (fast) einzige Möglichkeit verkündet, um "das Klima zu retten".

Rudolf Bretschneider ist Sozialforscher. Er war von 1973 bis 2007 Geschäftsführer und anschließend Konsulent von GFK-Austria. - © privat
Rudolf Bretschneider ist Sozialforscher. Er war von 1973 bis 2007 Geschäftsführer und anschließend Konsulent von GFK-Austria. - © privat

Der angebliche wissenschaftliche Konsens in Fragen des Klimawandels macht skeptisch und neugierig zugleich. Klimawandel besteht von jeher: von Warmzeit zu Eiszeit und zurück. Aber Einigkeit in der Wissenschaft ist selten - außer in totalitären Staaten. Zwar weiß man, dass staatliche Fördersysteme, Gruppendruck und Festhalten an gewohnten Forschungsparadigmen (zum Beispiel an jenem von der menschengemachten Erderwärmung) zu einem Gleichklang in der öffentlichen Diskussion führen können; aber abweichende Theorien und Analysen sind immer nötig - schon um Sackgassen zu vermeiden. Freilich werden Vertreter anderer Auffassungen im gegenständlichen Fall rasch und teils recht brutal als "Klimaleugner", "fossile Eliten", "Knechte der Ölindustrie" oder einfach als Anhänger einer "bösen" politischen Gruppierung diffamiert. Auch Behinderungen bei Publikationen, Ausschluss von Begutachtungsverfahren etc. soll es gegeben haben.

Eine alte und notwendige Frage

Hat der IPCC mit seinen Modellen tatsächlich recht? - © afp/Yann Coatsaliou
Hat der IPCC mit seinen Modellen tatsächlich recht? - © afp/Yann Coatsaliou

Dennoch stellt sich auch beim anthropogenen Modell des Klimawandels die alte und notwendige Frage, die schon der Naturforscher Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799) stellte: "Ist das wirklich die einzige Art, dieses zu erklären?" Erste Bemühungen, etwas über den Klimawandel, seine Ursachen und mögliche Folgen zu erfahren, bringen vermischte und verwirrende Befunde. 2015 sei das wärmste Jahr gewesen, das es je gegeben habe, sagte der damalige US-Präsident Barack Obama. Und: "Die Debatte ist entschieden."

Natürlich sagen Menschen mit "Erdgeschichtsbewusstsein", ein Klimagleichgewicht habe nie geherrscht; das Klima konstant halten zu wollen, sei eine Illusion. Die heutige Erwärmung sei bedrohlich, so die einen. Sie mache rund 1 Grad Celsius über die vergangenen 100 Jahre aus, so die anderen. Außerdem habe es in diesem Zeitraum auch Unterbrechungen der Erwärmung gegeben (zwischen 1945 und 1975). Von einem meterhohen Anstieg des Meeresspiegels reden die Warner, von 2 Millimeter Zuwachs pro Jahr jene, die an alte und neue Messtechnik und weniger an Modellsimulationen glauben. Und dann gibt es noch jene Skeptiker, die eine Weltdurchschnittstemperatur für statistischen Unfug halten.