Es ist immer 9.20 Uhr in Buzi. Nicht nur die Uhr in der schwülen Lobby meines Hotels scheint stehen geblieben zu sein, seitdem ich das letzte Mal hier war. Noch immer fehlen Gebäudedächer, Menschen leben in Zelten. Sie wirken müde.

Vor einem Jahr bin ich schon einmal nach Mosambik gereist, um Hilfe zu leisten. Die Situation damals war katastrophal. Wirbelsturm Idai hatte gerade ganze Landstriche in Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet. Rund 600 Menschen verloren ihr Leben. Wochenlang haben Menschen auf Dächern, Bäumen und Schulgebäuden Zuflucht gesucht. Die Wassermassen standen teilweise bis zu acht Meter hoch. Hunderttausende Menschen haben nicht nur ihr Zuhause verloren, sondern ihr gesamtes Hab und Gut.

Knapp ein Jahr später ist die Situation nur marginal besser. Schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen, fast 10 Prozent der Bevölkerung, sind nach Angaben der Vereinten Nationen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als 1,6 Millionen Menschen haben nicht genug zu Essen ­– eine Zahl, die in den kommenden Monaten voraussichtlich zunehmen wird.

- © Josh Estey/CARE
© Josh Estey/CARE

Schlechte Ernten sorgen für große Not

Doch wieso leiden Menschen noch immer, fast ein Jahr nach der Krise? Zu wenige und schwache Regenfälle in südlichen Teilen Mosambiks führten zu schlechten Ernten, so dass Hunderttausende Menschen selbst Monate nach den Wirbelstürmen lebensrettende Hilfe benötigen. Hilfsorganisationen konnten gerade das Nötigste abdecken – zu groß ist die akute Not.

- © Josh Estey/CARE
© Josh Estey/CARE

"Als der Wirbelsturm letztes Jahr einschlug, zerstörte er unser Haus. Die Fluten haben auch unsere Kühe, Ziegen, Hühner und unser Land weggeschwemmt. Wir haben nur noch ein kleines Stück Ackerland übrig, auf dem wir Mais, Tomaten, Zwiebeln und anderes Gemüse anbauen. Ich bin abhängig von der Ernte und der Unterstützung, die wir von Hilfsorganisationen erhalten", erzählt mir Marta, die mit ihrer 9-monatigen Tochter geduldig auf Baumaterialien von Care wartet, um ihr Haus wiederaufzubauen.

Gerade einmal ein paar Kleidungsstücke konnte Marta während der Flucht mit sich nehmen. "Wir wollen hier weiterleben, weil es sicherer ist als in unserem Dorf", sagt sie. Doch damit es zu einem Neuanfang kommen kann, ist vor allem nachhaltige Unterstützung wichtig. Solange, bis die Menschen wieder auf eigenen Beinen stehen können – auch wenn das noch dauern wird.