Seit Wochen haben sich die Covid-Infektionszahlen (konkret die positiv Getesteten) bei etwa 2.000 pro Tag eingependelt. Weniger werden es trotz der schikanösen Lockdown-Maßnahmen offensichtlich nicht mehr. Für logisch Denkende eigentlich ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Restriktionen nicht zum erwünschten Erfolg führen und dringend überdacht werden sollten. Doch davon will unsere Bundesregierung nichts wissen. Im Gegenteil, immer mehr wird klar, dass das für 25. Jänner angekündigte Ende des Einsperrens wieder nicht stattfindet.

Denn in weiten Teilen Europas scheint ein ganz anderes Virus namens LD-Merkel-20/21 zu grassieren, von dem auch Bundeskanzler Sebastian Kurz und seine Kollegen befallen scheinen. LD steht für Lockdown, dessen sture Weiterführung bis Ostern die deutsche Noch-Kanzlerin Angela Merkel propagiert. Und wenn "Mutti Merkel" das will, wird es widerspruchlos hingenommen. Man will es sich ja mit den Deutschen nicht verscherzen.

Dass man damit der heurigen Tourismus-Wintersaison den endgültigen Todesstoß erteilt, steht auf einem anderen Blatt.

Und auch für den Rest der Wirtschaft schaut es düster aus. Daran wird auch der Experte Martin Kocher als neuer Arbeitsminister nicht viel ändern können. Denn der hat schon wiederholt klar neoliberale Töne anklingen lassen (Anhebung des Pensionsalters, mehr Ausländer am Arbeitsmarkt, keine Erhöhung der Arbeitslosengelder, Ausstieg aus den Corona-Hilfen), was für viele Arbeitslose und Kleinunternehmer nichts Gutes bedeuten dürfte.

Auch der Eiertanz um "Freitesten" oder mittlerweile "Hineintesten" gerät immer mehr zur Farce: Ein Test ist eine Momentaufnahme, die schon 48 Stunden später nichts mehr über eine potenzielle Virenausscheidung aussagt. Sollten die "Eintrittstests" für Geschäfte, Lokale und Kulturveranstaltungen tatsächlich eingeführt werden, müssen sich die Österreicher, sofern sie wieder ein halbwegs normales Leben führen wollen, permanent testen lassen. Oder weiter daheimbleiben. Wer diese zahllosen Tests aber durchführen (und bezahlen!) soll, hat sich offensichtlich niemand überlegt.

Vielleicht wäre es ja doch vernünftiger, auf die von Gastronomen, Kulturschaffenden und Geschäftsleuten bereits im Frühsommer entwickelten Sicherheitskonzepte zu setzen. Es ist ja nicht bekannt, dass in den genannten Institutionen nennenswerte Covid-Ansteckungen erfolgt wären. Doch wenn man diesen Gedanken zu Ende denkt, hätten wir eigentlich die seit Anfang November fast durchgehenden Lockdowns nicht gebraucht, sondern lieber gezielte, aber dafür umso effektivere Maßnahmen setzen können, etwa für die Alten- und Pflegeheime.

Übrigens: Mittlerweile gibt es eine Studie renommierter Wissenschaftler der US-Universität Stanford (John A. Ioannidis und Jay Battacharya), die nachweist, dass Lockdowns lediglich immense Schäden anrichten, auf das Infektionsgeschehen aber kaum Einfluss haben. Es gibt auch hochentwickelte Länder wie Japan, Südkorea, die Schweiz oder Schweden, die bisher mit weit gelinderen Mitteln das Auslangen gefunden haben, ohne dass ihre Gesundheitssysteme kollabiert wären.