Vor kurzem äußerten Journalisten Bedenken über eine angebliche Doppelausgabe auf der Bitcoin-Blockchain aufgrund einer Reorganisation der Chain - was eine Panik auslöste und zu einer Marktkorrektur von mehr als
10 Prozent führte. Das Verhindern von Doppelausgaben ist ein wesentliches Merkmal von Bitcoin, da ein solcher Exploit die Knappheit des Assets gefährden könnte. In anderen Worten: Es ist nicht möglich, mehr auszugeben, als in der Wallet vorhanden ist. Inmitten der Verwirrung und einer alarmierenden Menge an Fehlinformationen handelte es sich bei der Mehrheit der Marktteilnehmer (53 Prozent), die ihre Bitcoins verkauften, um Neueinsteiger, die das Krypto-Asset in den vergangenen drei Monaten und überwiegend "in the money" gekauft hatten.

Lanre Ige ist Co-Leiter des Research-Teams bei 21Shares und verantwortlich für datengestützte Analysen der Krypto-Asset-Industrie. - © 21Shares
Lanre Ige ist Co-Leiter des Research-Teams bei 21Shares und verantwortlich für datengestützte Analysen der Krypto-Asset-Industrie. - © 21Shares

Um auf die Gerüchte einzugehen: Es ist kein "Double Spend" passiert - eine Marktteilnehmerin versuchte lediglich, die Zeit ihrer unbestätigten (also noch nicht in die Blockchain aufgenommenen) Transaktion zu beschleunigen, indem sie die Gebühr ihrer Transaktion deutlich erhöhte - nach einem Tag Wartezeit, da ihre erste Transaktion im Wert von etwa 25 Dollar eine Gebühr enthielt, die zu gering war, um von den Minern akzeptiert zu werden. Da die Miner einen Anreiz haben, die Block-Belohnung von 6,25 Bitcoins zusätzlich zu den gesammelten Transaktionsgebühren innerhalb des Blocks zu gewinnen, priorisieren sie die Transaktionen mit den höchsten Gebühren. Daher ist es eine gängige Praxis, die Gebühr für eine unbestätigte Transaktion zu erhöhen, um den Bestätigungsprozess zu beschleunigen.

Eliézer Ndinga ist Co-Leiter des Research-Teams bei 21Shares und liefert Einblicke in die globale Wirtschaft, die Märkte, die Geopolitik und die langfristige Vermögensallokation. - © 21Shares
Eliézer Ndinga ist Co-Leiter des Research-Teams bei 21Shares und liefert Einblicke in die globale Wirtschaft, die Märkte, die Geopolitik und die langfristige Vermögensallokation. - © 21Shares

Darüber hinaus ist in dezentralen Netzwerken ein Kettensplit ein häufiges Ereignis, da Bitcoin-Transaktionen grundsätzlich nicht endgültig, sondern bis zu einem bestimmten Punkt wahrscheinlich sind - was der Grund für die Faustregel ist, eine Stunde zu warten, um sicherzustellen, dass eine Transaktion bestätigt wird. Dies ist eine Regel, die von Krypto-Börsen wie Coinbase angewendet wird. In anderen Fällen kann die Bestätigungszeit sogar noch länger sein, da der übertragene Betrag die Hunderttausender- und die Millionen-Dollar-Marke überschreitet (eine Stunde umfasst sechs Blöcke von Transaktionen, da etwa alle zehn Minuten ein Block hinzugefügt wird, um die Gewinnerkette mit der höchsten Computerkapazität/Schwierigkeit zu bestimmen).

Der Bitcoin-Schöpfer Satoshi Nakamoto beschäftigte sich 2008 in der "Cryptography Mailing List" mit diesem Thema: "Sofortige Verbindlichkeit ist nicht gerade ein Feature, aber immer noch viel schneller als bestehende Systeme. Papierschecks können bis zu eine oder zwei Wochen später platzen, Kreditkartentransaktionen können bis zu 60 bis 180 Tage später angefochten werden. Bitcoin-Transaktionen hingegen können binnen ein oder zwei Stunden ausreichend unumkehrbar sein." Innerhalb einer Stunde Wartezeit besteht jedoch die seltene Möglichkeit, dass zwei Miner den Mining-Wettbewerb gewinnen (also gleichzeitig ihren jeweiligen Block zur Blockchain hinzufügen), da ihre Computer-Kapazität übereinstimmt. Genau das ist im Bitcoin-Netzwerk passiert, als die beiden Mining-Pools "SlushPool" und "F2Pool" den Block 666833 zur selben Zeit fanden. Der Gleichstand wurde gebrochen, nachdem der Mining-Pool von "Binance" den Block 666834 gefunden hatte und der Block von "F2Pool" veraltet war.

Mehr Details zu diesem Thema hat "Deribit Insights" hier veröffentlicht.