Österreich war in den vergangenen Jahrzehnten wirtschaftlich eines der erfolgreichsten Länder Europas. Österreich nach Corona muss diesen Weg fortsetzen - dazu müssen wir heimische Betriebe stärken und für Aufschwung sorgen, der nicht nur einigen wenige, sondern allen zu Gute kommt.

Pamela Rendi-Wagner ist Klubobfrau der SPÖ.
Pamela Rendi-Wagner ist Klubobfrau der SPÖ.

Vor allem kleine und mittlere heimische Betriebe kämpfen durch die Folgen der Lockdowns mit massiven Umsatzeinbrüchen und mit Liquiditäts- und Kapitalproblemen. Um die krisengebeutelten Branchen - wie körpernahe Dienstleister, Fitnessstudios, Sportstätten, Inlandstourismus und Gastronomie - rasch und wirksam zu unterstützen, braucht es gezielte und unbürokratische Förderung. Gelingen kann das mit dem "Österreich-Scheck". Das ist ein Gutscheinheft im Wert von 1.000 Euro für jeden Haushalt, das bei Betrieben mit Sitz und Steuerpflicht in Österreich eingelöst werden kann - etwa für einen Inlandsurlaub oder Besuche in Thermen, Theatern oder Restaurants. Mit dem "Österreich-Scheck" können wir gleichzeitig für Aufschwung sorgen, Betriebe unterstützen, Arbeitsplätze sichern und die Kaufkraft stärken. Der "Österreich-Scheck" sichert 30.000 Arbeitsplätze, hauptsächlich bei kleinen und mittleren Betrieben mit höchstens zehn Mitarbeitern. Denn diese sind jetzt am stärksten von Liquiditätsproblemen betroffen.

Gerade jetzt braucht es den Staat, um den Wirtschaftsaufschwung zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass der Aufschwung allen und nicht nur einigen wenigen zugutekommt. Hohe Investitionen in Verkehr und Infrastruktur, in neue Energiesysteme, in Elektromobilität sowie in Forschung und Entwicklung stärken den Standort, schaffen Arbeitsplätze und schützen Umwelt und Klima. Das sind die Flügel, die unsere heimischen Betriebe brauchen, um wieder durchstarten zu können. Gleichzeitig haben sie hohen Nutzen für uns alle.

Auch müssen Arbeit und Leistung endlich anders bewertet werden, als es in der Vergangenheit der Fall war. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich sind das Fundament unserer Leistungsgesellschaft, die Österreich seit Jahrzehnten stark und erfolgreich gemacht hat. Die Steuern auf Arbeit müssen endlich für jeden hart arbeitenden Menschen in Österreich gesenkt werden. Und wenn jetzt die Frage gestellt wird: "Wer zahlt die Krisenkosten?", dann darf eines nicht passieren: dass genau diejenigen, die diese Krise tagtäglich geschultert haben, wieder zur Kasse gebeten werden. Jetzt müssen auch internationale Online-Multis, die bisher überhaupt keine Steuern in Österreich zahlen, ihren gerechten Beitrag leisten.

Um jene Menschen, die keinen Job haben, rasch wieder in Arbeit zu bekommen, ist auch eine aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Mit Beschäftigungsprogrammen für Langzeitarbeitslose wie der "Aktion 40.000" und einer Pflegeoffensive kann es gelingen, die Rekordarbeitslosigkeit nachhaltig zu bekämpfen.

Ein starker Sozialstaat und eine starke Wirtschaft sind kein Widerspruch, ganz im Gegenteil: Sie bedingen einander. Corona hat deutlich gezeigt, dass es Zeit ist, alte Denkmuster und verstaubte Feindbilder abzulegen. Alle sind gefordert, die Ärmel hochzukrempeln und gemeinsam Lösungen zu schaffen.