Der heimische Arbeitsmarkt hat sich über den heurigen Sommer hinweg weitestgehend erholt. Mit lediglich 7.000 Arbeitslosen mehr als im Jahr 2019 ist mittlerweile fast das Vorkrisenniveau erreicht. Das zeigt: Die durch die österreichische Bundesregierung gesetzten Initiativen und Maßnahmen wirken. Natürlich gibt es Bereiche, die nach wie vor stark von der Corona-Pandemie betroffen sind. Wir werden daher auch weiterhin Maßnahmen setzen, um die Pandemiefolgen am Arbeitsmarkt bestmöglich abzufedern.

August Wöginger ist Klubobmann der ÖVP.
August Wöginger ist Klubobmann der ÖVP.

Bei den Langzeitarbeitslosen gibt es einen positiven Trend. Mit dem "Programm Sprungbrett" hat sich die Bundesregierung beispielsweise zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres 2022 rund 50.000 Menschen aus der Langzeitarbeitslosigkeit wieder in eine nachhaltige Beschäftigung zu bringen. Die Anzahl an offenen Stellen liegt in Österreich weiterhin auf einem Rekordniveau. Derzeit gibt es rund 114.000 offene Stellen, mit den Lehrstellen sogar mehr als 123.000 offene Stellen. Aufgrund dieser guten Dynamik am Arbeitsmarkt ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um in einen breiten Diskussionsprozess zu treten.

Den Startschuss für einen Reformdialog zur Arbeitslosenversicherung neu hat Arbeitsminister Martin Kocher vergangene Woche gegeben. Die Neugestaltung der Arbeitslosenversicherung wird fakten- und evidenzbasiert unter enger Einbindung von Expertinnen und Experten, Sozialpartnern und Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen und Arbeitslosen diskutiert. Außerdem soll dabei auch über den österreichischen Tellerrand geschaut werden, und internationale Best-Practice-Beispiele sollen herangezogen werden.

Der breit angelegte Reformprozess soll noch vor Jahresende erste Zwischenergebnisse liefern, 2022 soll dann die gesetzliche Ausarbeitung erfolgen. Die Arbeitslosenversicherung neu soll das Einkommen von arbeitslos Gewordenen besser absichern.

Unser oberstes Ziel ist und bleibt es, Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen und die Vermittlung arbeitslos Gewordener zu beschleunigen. Jede und jeder die oder der gesund ist und arbeiten kann, soll auch einer Arbeit nachgehen. Denn Erwerbstätigkeit ist ein wichtiges Mittel für Wohlstand und Fortschritt. Der von Arbeitsminister Martin Kocher breit angelegte Reformprozess ist der richtige Schritt zu einem verbesserten Modell der Arbeitslosenversicherung. Entscheidend für die Zukunft des Arbeitsmarktes ist aber auch der Impffortschritt. Ich appelliere an alle, die noch nicht vollimmunisiert sind, sich impfen zu lassen. Denn je mehr Menschen geimpft sind, desto besser werden wir diese Pandemie auch bewältigen können. Und auch wenn es am Arbeitsmarkt wieder bergauf geht, gilt es nach wie vor, mit ganzer Kraft für das Comeback Österreichs zu arbeiten und die Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen.