Die post-pandemische Realitäten, die nun entstehen, liegen einer wachsenden Menge an Erkenntnissen und Regelungen zugrunde, auf denen eine neue Weltordnung aufbaut. Die Erfahrung lehrt uns, dass auf eine Talfahrt die Erholung folgt. Die indische Wirtschaft ist im Begriff, wieder aufzustehen, mit wachsender wirtschaftlichen Produktion und Geschäftstätigkeit. Eine Impfkampagne nie dagewesenen Ausmaßes und beispielloser Komplexität hat die gesundheitliche Sicherheit verbessert und in Rekordzeit Anfälligkeiten reduziert. Der Weg zur Normalität und darüber hinaus ist geebnet. Dies ist daher ein Augenblick der Gelegenheiten. Die Entscheidungen, die Indien an diesem Scheideweg treffen wird, sind Anzeichen dafür, worin es das Versprechen einer besseren Zukunft sieht.

Die Pandemie hat aufgezeigt, dass wir eine Welt brauchen, die mehr miteinander verbunden ist, nicht weniger. Gemeinsame Probleme bedürfen gemeinsamer Lösungen. Im Laufe der vergangenen Monate hat Premierminister Narendra Modi bei G7, G20, COP26, dem ersten QUAD-Gipfel, vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen und als Vorsitzender des UN-Sicherheitsausschusses, der BRICS und des Rates der Staatsoberhäupter der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit eine Vision einer neuen Weltordnung dargeboten, die für die Herausforderungen einer Welt nach der Pandemie von Relevanz ist. Im Rahmen verschiedener nationaler und internationaler Plattformen hat er auch eine Reihe Strategien und Ziele formuliert, die Indiens Prioritäten mit dieser Vision einer besseren Zukunft für alle zusammenführen werden.

50 Prozent erneuerbare Energieträger ab 2030

Harsh Vardhan Shringla ist der Generalsekretär des indischen Aussenministeriums. - © CC BY-SA 4.0 / Umar Farooque
Harsh Vardhan Shringla ist der Generalsekretär des indischen Aussenministeriums. - © CC BY-SA 4.0 / Umar Farooque

Der Klimawandel ist eine der großen globalen Herausforderungen, denen Indien richtungweisend und mit Leadership begegnet. Trotz unserer Entwicklungsbedürfnisse machen wir uns für Klimaschutzmaßnahmen stark. Bei seiner jüngsten Ansprache während des COP26-Gipfels in Glasgow zeichnete der Premierminister ein Bild von Indiens Klimaambitionen durch Panchamrit, die Indien auf den Weg zur beschleunigten Erhöhung nicht-fossiler Energieträgerkapazitäten auf 500GW sowie zur Deckung von 50 Prozent unseres Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen ab 2030 führt. Gleichzeitig werden bis 2030 der CO2-Ausstoß um eine Milliarde Tonnen und die spezifische Kohlendioxid-Emission auf unter 45 Prozent reduziert; Klimaneutralität soll bis 2070 erreicht werden. Der Premierminister brachte auch die Sorgen der Entwicklungsländer zum Ausdruck, indem er sich an die Industrieländer mit der Forderung wandte, ihren Ehrgeiz zum Transfer von Klimafinanzen und erschwinglichen Technologien hochzufahren.

Zwei von Indien ins Leben gerufene internationale Organisationen, die International Solar Alliance und die Coalition for Disaster Resilient Infrastructure, beginnen, eine bedeutende Rolle bei der Minderung des Klimawandels und den Anpassungsbemühungen auf globaler Ebene zu spielen. Bei der COP26 gab der Premierminister im Rahmen dieser Organisationen den Startschuss zur Initiative "Eine Sonne, eine Welt, ein Versorgungsnetz", deren Ziel die Verbindung der Solarenergieinfrastruktur auf der ganzen Welt ist, und zur "Infrastruktur für widerstandsfähige Inselstaaten", die auf den Aufbau resilienter Infrastruktur kleiner Inselstaaten abzielt. Indien strebt außerdem danach, zur globalen Drehscheibe der grünen Wasserstoffproduktion zu werden und im Rahmen seiner "National Hydrogen Mission" zu exportieren.

Nachhaltiger Lebenswandel, stärkere Lieferketten

Der Aufruf des Premierministers zur Förderung eines nachhaltigen Lebenswandels traf beim G20-Gipfel in Rom auf viel Zuspruch. Er schlug eine Ein-Wort Bewegung vor: "LIFE" (Lifestyle for Environment). Die Umsetzung von Indiens eigenem Beispiel eines nachhaltigen Lebenswandels auf globalem Maßstab hätte eine transformative Wirkung. Die Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass Lieferketten widerstandsfähiger gestaltet und die Risiken, denen sie ausgesetzt sind, minimiert werden müssen. Der Premierminister betonte drei Schlüsselfaktoren zur Verbesserung unserer Lieferketten: vertrauenswürdige Quellen, Transparenz und Zeitrahmen.

Die "Atmanirbhar Bharat Abizan" setzt Resilienz und Verlässlichkeit an erste Stelle und zielt darauf ab, Indien zu einer vertrauenswürdigen Drehscheibe von Lieferketten zu machen. Dies ist Teil eines größeren strategischen Rahmens zur Kapazitätenerhöhung durch steuerliche und monetäre Unterstützung, Liquiditätsspritzen, finanzielle Hilfen für die Industrie, bessere Geschäftsrahmenbedingungen, und ehrgeizige Strukturreformen. Eine historische Initiative zur Produktverknüpfung zieht Investitionen an, steigert heimische Produktion und schafft global wettbewerbsfähige indischen Firmen. In der Vergangenheit restriktiv gehandhabte Sektoren wie Raumfahrt, Rüstungsindustrie und Kernkraft wurden für mehr private Teilhabe geöffnet.

Eine nationale Bildungspolitik hat den Rahmen für die Ausbildung von fürs 21. Jahrhundert gewappneten Arbeitskräften geschaffen und macht dabei Indien zu einem globalen Bildungs- und Ausbildungszentrum. Indien tätigt auch massive staatliche Investments zur Verbesserung seiner Infrastruktur. "Gati Shakti" - der nationale Plan des Premierministers für multimodale Konnektivität - arbeitet daran, ein nahtlos verbundenes Indien zu schaffen. Er führt einen nicht abgegrenzten Zugang zur Konnektivität ein und bringt Planung wie Ausführung auf die gleiche Ebene.

Fokus auf nachhaltige Entwicklungsziele

Verbesserungen der physischen Infrastruktur werden begleitet von einem Fokus auf nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) von Initiativen, um Beispiel solchen, die sich auf digitale Anbindung, finanzielle Inklusion und Immunisierung konzentrieren. Die "JAM-Dreiheit" - bestehend aus "Jan Dhan", dem weltgrößten Programm der finanziellen Inklusion, "Aadhar", dem weltgrößten biometrischen Programm, und einem der weltgrößten Mobiltelefonieanbieter - macht den direkten Transfer von Benefits auf einer transformativen Ebene möglich. Heute treibt sie eine Fintech-Revolution an. "Jal Jeevan" und "Ayushman Bharat" verändern Leben durch Bereitstellung eines Zugangs zu sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung für alle Inderinnen und Inder. SDG 3 setzt uns allen das Ziel, ein gesundes Leben für alle Menschen aller Altersgruppen zu erreichen. Beim G20-Gipfel umriss der Premierminister eine ganzheitliche Vision "Eine Erde - eine Gesundheit" für die Welt.

Die Pandemie hat internationale Systeme auf die digitale Ebene verlagert. Das Co-Win-Portal sorgte für eine der ehrgeizigsten Impfprogramme auf dem Planeten auf eine anwenderfreundliche, transparente, gerechte und effiziente Art; die Initiative Digitales Indien; digitale Bezahlmethoden; eine BPO und ITES Industrie, die rund um die Uhr zur Verfügung steht - Indien hat sich angepasst und wird immer digitaler.

Bei seiner Ansprache auf dem G20-Gipfel hob der Premierminister hervor, dass Indien angemessene Lösungen für viele Entwicklungsprobleme parat hat. Das Land ist eine Teststrecke für Entwicklung. Es hat auch große Erfahrung mit der Süd-Süd-Entwicklungszusammenarbeit und bietet Lösungen für andere Entwicklungsländer. Beim G7-Gipfel kündigte der Premierminister an, dass indische digitale Open-Source-Lösungen allen zur Verfügung stehen würden.

Selbst während der dunkelsten Tage der Pandemie hat Indien nicht vergessen, dass es Teil einer internationalen Gemeinschaft ist. Es scheute keine Mühen, lebenswichtige Medikamente an mehr als 150 Länder zu liefern. Im Gegenzug erhielt es während der zweiten Corona-Welle Unterstützung von allen Seiten. Und während zu Hause eine erfolgreiche Impfkampagne läuft, setzt nun Indien auch den Export von Impfstoffen an seine Nachbarn und Partner fort. Durch all dies und mehr ist Indien ein konstruktiver Schlüsselakteur in der Schaffung einer neuen Weltordnung, der für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet ist. Eine Weltordnung, die auf mehr als nur die reine Wirtschaft schaut, und die Menschen und ihr Wohlergehen als das ultimative Ziel ansieht.