Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen beiden Jahren spürbar gewandelt, die meisten Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben sich mittlerweile mit der neuen Art der Zusammenarbeit angefreundet. Damit Unternehmen und ihre Mitarbeiter auch langfristig mit den neuen Arbeitsbedingungen zurechtkommen, wird es notwendig sein, Optimierungspotenziale frühzeitig zu erkennen und sich auf Transformationsprozesse vorzubereiten.

Markus Zink ist Head of Jobs Karriere bei Willhaben. - © Willhaben.at
Markus Zink ist Head of Jobs Karriere bei Willhaben. - © Willhaben.at

Die pandemiebedingten Veränderungen haben sich nicht nur stark auf die Arbeitsweise, sondern auch auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter ausgewirkt. Aus diesem Grund werden "Mental Health"-Initiativen heuer weit oben auf der Liste der Personalverantwortlichen stehen. 2022 werden Unternehmen einmal mehr gefordert sein, aktiv in die Förderung des Wohlbefindens ihrer Mitarbeiter zu investieren. Nicht zuletzt wird das auch aus ökonomischer Sicht von Bedeutung sein. Denn Teammitglieder, die psychisch angeschlagen sind, sind nicht nur gesundheitlich gefährdet, sondern haben womöglich auch mit einem Man-
gel an Motivation, Einsatzbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit im Berufsalltag zu kämpfen.

Mit ungewohnten Situationen umgehen

Die neue Art des Arbeitens hat Vor- und Nachteile. - © getty images / 10‘000 Hours
Die neue Art des Arbeitens hat Vor- und Nachteile. - © getty images / 10‘000 Hours

Die Vergangenheit hat bewiesen, dass Veränderungen am Arbeitsplatz für viele Menschen eine enorme Belastung darstellen. Das ist wenig überraschend, stehen diese doch meist mit Unsicherheit und Umstrukturierung in Verbindung. Die vergangenen Monate haben jedoch deutlich gezeigt, wie wichtig Change-Management in unvorhersehbaren Krisen ist und dass es oftmals ein schnelles Umdenken und Anpassen an neuartige Prozesse benötigt. Aus diesem Grund wird im Zuge von Change-Prozessen künftig noch stärker auf veränderungswillige Mitarbeiter gesetzt werden müssen, die es beherrschen, mit ungewohnten Situationen umzugehen.

Auch die Begriffe Diversität, Fair-
ness und Inklusion sind weiter ins Zentrum der Öffentlichkeit gerückt. Dass diese aber nicht nur symbolisch für wichtige gesellschaftliche Entwicklungen stehen, sondern auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im eigenen Unternehmen bringen können, wird oft vernachlässigt. In Sachen Diversität wird es künftig auch darum gehen, möglichst unterschiedliche Persönlichkeiten bei der Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftskonzepte einzusetzen.

Besonders die Vielfalt an unterschiedlichen Erfahrungen, Meinungen und Hintergründen wird erheblich dazu beitragen, neue Ideen und innovative Produkte im Unternehmen zu entwickeln. Außerdem stellt ein vielfältiges Spektrum an Mitarbeitern sicher, dass Produkt- und Dienstleistungskonzepte nicht mit unterschiedlichen kulturellen Werten in Konflikt geraten. Das kann in der Tat einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bringen und über den zukünftigen Erfolg entscheiden.

Remote Working bringt mehr Produktivität und Abschottung

In einer aktuellen Umfrage haben rund 77 Prozent der Befragten angegeben, durch Remote Working in jüngerer Zeit einen Anstieg ihrer Produktivität festgestellt zu haben. Doch gleichzeitig resultiert diese neue Arbeitsweise auch in einer stärkeren Abschottung von Mitarbeitenden sowohl untereinander als auch vom Unternehmen selbst. Das wird es künftig umso schwieriger machen, ein gemeinsames Unternehmensleitbild zu vermitteln und zusammen an einer Vision zu arbeiten. Vor allem Führungskräfte werden gefordert sein, sich bewusster und engagierter der Art und Weise der Zusammenarbeit zu widmen. Dazu bedarf es innovativer Kollaborationsmodelle, durch die die Mitarbeiter effi-
zienter und persönlicher zusammenarbeiten können, unabhängig davon, wo sie sich gerade befinden.