Das zunehmende Tempo der Digitalisierung und die umfassende digitale Vernetzung haben weitreichende Auswirkungen auf Wirtschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft. Industrie 4.0, Automatisierung, selbstfahrende Autos, Cloud-basierte Lösungen, Internet der Dinge - dies sind nur einige Bereiche einer sich verändernden Wirtschafts- und Lebenswelt. Wirken sich diese neuen Entwicklungen auch positiv auf Natur und Umwelt aus?

Michael Schweiger studierte Internationale Betriebswirtschaft und ist Senior Consultant für Digitales Marketing. Er leitet gemeinsam mit Christian Mikolasch Bangs. - © Werner Jaeger
Michael Schweiger studierte Internationale Betriebswirtschaft und ist Senior Consultant für Digitales Marketing. Er leitet gemeinsam mit Christian Mikolasch Bangs. - © Werner Jaeger

Nun, Digitalisierung bedeutet zum Beispiel weniger Wege und weniger Verkehr. Seit Corona gehören Videokonferenzen für viele zum Berufsalltag. Vielerorts hat man dank ihnen festgestellt, dass ein persönliches Erscheinen vor Ort nicht mehr notwendig ist. Das bedeutet für den Einzelnen nicht nur eine große Zeitersparnis, sondern vor allem auch für die Natur weniger CO2-Ausstoß, der durch eine Fahrt mit dem Auto entstanden wäre.

Christian Mikolasch hat das Digitalisierungsberatungsunternehmen Bangs gegründet, das er gemeinsam mit Michael Schweiger führt, und war davor auch international im Marketing und im Verkauf tätig. Er investierte in eine Firma in China, die später im siebenstelligen Bereich verkauft wurde. - © Werner Jaeger
Christian Mikolasch hat das Digitalisierungsberatungsunternehmen Bangs gegründet, das er gemeinsam mit Michael Schweiger führt, und war davor auch international im Marketing und im Verkauf tätig. Er investierte in eine Firma in China, die später im siebenstelligen Bereich verkauft wurde. - © Werner Jaeger

Auch die Korrespondenz, die heutzutage viel öfter über E-Mails erfolgt als noch früher, trägt zu einem grüneren Planeten bei. Den mehr E-Mails haben im Umkehrschluss weniger Briefe und damit auch weniger Papierverbrauch zur Folge. Zwar verbrauchen Server, Computer und so weiter natürlich auch Energie. Studien zeigen jedoch, dass diese deutlich unter den Kennziffern liegt, die herkömmliche Verhaltensweisen benötigen.

Die Digitalisierung wirkt sich aber auch in anderen Bereichen aus. So kann etwa die Tatsache, dass nicht nur Konferenzen, sondern in weiten Teilen auch Unterricht und sogar komplette Studiensemester online stattfinden können, zu einer Inklusion des Bildungswesens beitragen. Das bedeutet, dass viele Menschen, die sich sonst ein Studium nicht leisten könnten, plötzlich doch in der Lage sind zu studieren, denn sie müssen nicht extra umziehen und sich eine eigene Wohnung mieten. Ein Laptop und ein Internet-Anschluss genügen bereits.

Datentransfer in Echtzeit sorgt auch für weniger Verschwendung. Mittlerweile gibt es zahlreiche Apps, die effizient gegen die Verschwendung, insbesondere von Lebensmitteln arbeiten. Die Händler können sich auf einer Plattform anmelden und dort kurz vor Ladenschluss stark verbilligte Produkte anbieten, die sonst in der Tonne landen würden. Ohne Digitalisierung wäre es für den Käufer, der ja nicht ständig vor dem Geschäft herumlungert, praktisch unmöglich, davon zu erfahren. Auch andere Formen des "No Waste"-Denkens machen dank der Digitalisierung Schule. So gibt es sogar schon vereinzelt Konzepte bei Fleischern, die eine Kuh erst dann schlachten, wenn sie vorher über eine Online-Auktion einen Abnehmer für jeden Körperteil gefunden haben.

Und wir können uns zwar dank Internet weltweit vernetzen. Aber die Digitalisierung kann auch dazu beitragen, das regionale Wachstum zu fördern. Dank Map-Anwendungen kann jeder sofort sehen, welche Geschäfte in seiner Nachbarschaft liegen, während die Telefonbücher von früher oft nicht aktuell waren. Und diese regionalen Anbieter haben auch dann, wenn sie ihre Waren nur in ihrer näheren Umgebung verkaufen, durch einen Internet-Auftritt trotzdem eine größere Reichweite.