Wenn in China Ende Jänner das Neujahrsfest gefeiert wird, haben die Chinesinnen wenig Grund zum Jubel. Die Situation der Frauen im Reich der Mitte hat sich seit 2012, als Xi Jinping die Macht übernahm, verschlechtert.

Monika Rosen ist Börsen-Expertin und Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft. Mehr als 20 Jahre war sie Chefanalystin einer österreichischen Großbank. Twitter: @Monika_Rosen
Monika Rosen ist Börsen-Expertin und Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft. Mehr als 20 Jahre war sie Chefanalystin einer österreichischen Großbank. Twitter: @Monika_Rosen

Laut Zahlen der Weltbank ist die Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt schon seit 1990 rückläufig, unter Xi ist sie aber noch schneller gefallen, und zwar von 64 im Jahr 2012 auf unter 62 Prozent in 2021. Angesichts fallender Geburtenraten betont die Führung in Peking immer mehr die Rolle der Frau in Kindererziehung und Altenpflege.

Noch deutlicher wird die Ausrichtung, wenn man bedenkt, dass im neuen Politbüro erstmals seit einem Vierteljahrhundert keine Frau sitzt. Da der verfügbare Pool an Arbeitskräften in China schrumpft und Frauen nicht gerade zur Berufstätigkeit ermutigt werden, verliert das Reich der Mitte aber einen seiner Trümpfe. Die Zeiten, als China mit seinen billigen Arbeitskräften die Werkbank der Welt war, sind vorbei. Schon jetzt sind die Lohnstückkosten in China doppelt so hoch wie etwa in Vietnam. Und wenn der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um 1,7 Prozent pro Jahr anhält, dann wird das fast zwangsläufig dämpfend auf die Konjunktur wirken, außer die Produktivität steigt massiv. Der lachende Dritte in diesem asiatischen Wettstreit könnte Indien heißen, das in puncto Bevölkerung China in dieser Dekade überholen könnte.