Rainer Münz, Direktor des Institutes für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, hat meine Studie als "unverantwortlich und unseriös" bezeichnet, obwohl er selbst nicht einmal behauptet, dass die Studie Fehler enthält.

Seine Kritik entzündet sich an dem von mir verwendeten Ausländer-Begriff. In der Studie werden als Österreicher alle Personen betrachtet, die zum Stichtag 1. 1. 2000 österreichische Staatsbürger waren und deren Nachkommen; und als Ausländer alle Personen, die zum 1. 1. 2000 als Ausländer in Österreich lebten und deren Nachkommen, sowie alle nach dem 1. 1. 2000 nach Österreich eingewanderten ausländischen Staatsbürger und deren Nachkommen. Münz hält dies für unzulässig, weil ich dabei im Zeitraum der Studie (2005 bis 2030) erfolgende Einbürgerungen nicht berücksichtige. Dieser Vorwurf ist unsinnig, denn bei der Frage nach der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung kommt es nur auf die Herkunft der betreffenden Person an. Diese wird durch eine Einbürgerung nicht verändert.

Als zweites kritisiert Münz: "Die Studie macht alle, die bis zum Stichtag nicht geschafft haben, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erwerben, samt ihren Kindern auf ewig zu Ausländern". Auch das trifft nicht zu. Meine Einteilung gilt nicht für "ewig", sondern für den bewusst relativ kurz gehaltenen Zeitraum der Studie (bis 2030) und für einen solchen Zeitraum ist meine Einteilung gerechtfertigt, denn in einer Zeit von wenigen Jahrzehnten ändern nur sehr wenige Menschen ihre Volkszugehörigkeit. Dies zeigen ganz klar die Ergebnisse der letzten Volkszählung. Danach gab es 2001 etwa 280.000 österreichische Staatsbürger mit nichtdeutscher Umgangssprache, offensichtlich Eingebürgerte, die bis heute an ihrer Muttersprache festhalten. Dagegen wurden in den letzen 25 Jahren lediglich etwa 245.000 Personen in Österreich eingebürgert.

Schließlich noch zu der Behauptung, Österreich sei seit jeher ein Einwanderungsland gewesen. Das trifft für die Bundesländer (außer Wien, Anm.) mit Sicherheit nicht zu. Dort hat es in den letzten 300 Jahren (mit Ausnahme der letzten Jahrzehnte) keine merkliche Einwanderung von Personen nichtdeutscher Muttersprache gegeben. Münz müssen alle diese Fakten seit vielen Jahren bekannt sein. Wenn er trotzdem diese Tatsachen nicht nur konsequent verschweigt, sondern versucht, jeden, der auf die Gefahren einer ungebremsten Einwanderung hinweist, mit Diffamierungen wie "unseriös" oder "unverantwortlich" mundtot zu machen, so hat das mit Wissenschaft sehr wenig, aber umso mehr mit Manipulation zu tun.

Herbert Vonach ist emeritierter Universitätsprofessor für Kernphysik und Obmann des Freiheitlichen Familienverbandes.

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