Da die einzelnen Staaten Eigeninteressen verfolgen und nicht das Gesamtinteresse der Eurozone im Auge haben, kann gar nicht soviel Geld gedruckt werden, dass sich die Krise nicht trotzdem weiter verschärfen wird, da mit der Geldpresse nur das Ursprungsproblem überlagert aber nicht gelöst werden kann. In einer Planrechnung der Weltbank kommt diese zum Schluß, dass wenn sich 1/3 der Eurostaaten (genaugenommen Länder die 1/3 der Wirtschaftsleistung der Eurozone ausmachen) nicht mehr über den freien Markt finanzieren kann, die Welt in die größte Krise seit Ende des 2. Weltkrieges gerät. Für Europa ergibt sich unter dieser Annahme für 2013 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von 8,5 % womit der Euro Geschichte wäre, da dann auch die deutsche Lok diesen nicht mehr retten kann. Nachdem mittlerweile Spanien, Portugal, Irland, Griechenland, Zypern und auch Italien mehr oder weniger pleite sind und zumindest bereits indirekt durch die EZB (Aufkäufe von giftigen Papieren dieser Staaten) gestützt werden, dürfte ein Zusammenbruch der Eurozone unmittelbar bevorstehen.

Sieht man die Lage realistisch dann ist das Scheitern der Euro-Rettung vorprogrammiert und die Eurozone, so wie wir sie heute kennen, bald Geschichte. Verantwortlich für dieses Scheitern ist die Politik, welche mutlos, verspätet und zum Teil auch noch falsch reagiert hat, wodurch die Bevölkerung das Vertrauen in deren Lösungskompetenz verloren hat. Diese Halbherzigkeit bei den Entscheidungen zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der EU und erreichte seinen letzten Höhepunkt im Versuch, die Probleme Spaniens als alleiniges Problem von dessen Bankensektor darzustellen, obwohl sich die Spanier in einer Depression befinden und dort Massenarbeitslosigkeit sowie Massenarmut herrschen. Wie es in Spanien weitergehen wird, kann man aus der Entwicklung in Griechenland ableiten, wo sich die Hellenen nicht einmal mehr die Medikamente leisten können. Letzten Endes werden durch den undiffernzierten, von der TROIKA auferzwungenen und damit fremdbestimmten Sparwahn nationalistische Strömungen gefördert, welche schlußendlich zu einem Auseinanderbrechen eines Vereinten Europas führen werden. Wollte man dies verhindern, dann müssten die Geberstaaten noch kräftiger in die Tasche greifen und die maroden Staaten uneigennützig fördern, was zu einem Aufstand in den Geberländern und in weiterer Folge zu einer noch stärkeren Abwahl der derzeitigen Machthaber in den Geberländern führen würde.

Im Prinzip ist es egal was die Machthaber beschließen (Verschärfung des Sparprogrammes in den maroden Staaten oder Öffnen des Geldhahnes) werden sie immer die Bevölkerung einzelner Nationalstaaten gegen sich aufbringen, wobei die Machthaber immer übersehen, dass die EU als Staatenbund konzipiert ist und die Mehrheit der Bevölkerungen in den einzelnen Staaten gegen eine Überleitung ins Bundesstaatenkonzept sowie eine Konzentrierung der Macht im Wasserkopf Brüssel ist.

Nur wenn es den Machthabern gelingt, die Bevölkerungen ins Boot zu holen und von einem Bundesstaatenkonzept zu überzeugen, ist meines Erachtens eine Eurorettung so wie wir heute die Eurozone kennen, möglich. Wenn nicht, sollte man sich wie von immer mehr unabhängigen Experten sowie von Josef Bucher (Parteichef BZÖ) seit Jahren gefordert, zu einer Teilung in einen Nord- und Südeuro durchringen, weil ansonsten das ganze europäische Friedensprojekt den Bach runter zu gehen droht.