In der neu erschienen Wochenzeitschrift der SPIEGEL sind in unterschiedlichen Artikeln zum Eurorettungsschirm folgende Meldungen enthalten:

Die Anlagenberater der deutschen Bank halten das Szenario eines Zerfalles der Eurozone als sehr wahrscheinlich.

Dilma Rouseff (G-20, brasilianische Vertreterin) - brachte den Unmut der Runde auf eine einprägsame Formel: "Too little too late" Zuwenig zu spät.

1/3 der Eurozone kann sich nicht mehr zu leistbaren Zinsen über den freien Markt finanzieren.
Monti (I) - Zerbricht die Eurozone in den nächsten 10 Tagen.

Die Südstaaten wollen, dass Deutschland vermehrt Haftungen für deren Schulden übernimmt und Merkel besteht darauf, dass diese zuvor weitreichende Souveränitätsrechte nach Brüssel delegieren.
Diese und weitere kritische Meldungen haben mich dazu veranlasst mich näher mit dem ESM und Fiskalpakt zu beschäftigen.  Der ESM soll zunächst mit Euro 700 Mrd. ausgestattet werden um über einen entsprechenden Polster bei der Krisenbekämpfung zu verfügen.

Im Vergleich dazu betragen die Schulden von Griechenland, Portugal und Irland bereits mehr als 700 Mrd. Euro, was bedeutet, dass wenn man deren Forderungen zur Gänze als uneinbringlich einstuft der ESM bereits seine Kraft verbraucht hat und somit Nachschüsse erforderlich sind. Es brauchen aber auch noch Spanien und Zypern und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Italien noch Geld, was aber auch bedeutet, dass diese die Einlagen in den ESM nicht leisten können und dafür die anderen Staaten aufkommen müssen. Dadurch erhöht sich logischerweise die Belastung für Österreich, wobei hinzukommt, dass wir dieses Geld ja selbst gar nicht haben sondern auf den internationalen Finanzmärkten aufnehmen müssen.

Bereits im nächsten Jahr muss Österreich nur an Zinsen für seine angehäuften Schulden über Euro 10 Mrd. bezahlen. Durch die Vergemeinschaftung des Risikos und der zu erwartenden Zahlungsunfähigkeit der Südländer ist anzunehmen, dass sich der österr. Schuldenstand in naher Zukunft (realistisch 2 - 3 Jahren) verdoppeln wird, womit sich auch die Aufwendungen für Zinsen zumindest verdoppeln werden und somit der finanzielle Spielraum unseres Landes massiv eingeengt wird. Wenn man jetzt sagt, dass geht mich nichts an dann kann ich nur darauf antworten, dass alle Österreicher und Österreicherinnen davon betroffen sein werden, weil ja der geringere Spielraum im Bundesbudgets durch den Finanzausgleich auch Auswirkungen auf Landes- und Gemeindeebene haben wird. Letzten Endes werden alle Bürger zur Kasse gebeten werden.