Die europäisch-britischen Bande werden (so viel ist unbestritten) jedenfalls ungleich enger, intensiver und weitreichender sein als jene einer transatlantischen Partnerschaft. Aber eine Basis wäre zumindest geschaffen. Spezifische bilaterale Regelungen könnten auf der Basis eines UK-TTIP weiterentwickelt werden.

Auch inhaltlich wären britische Verhandler ideale Vermittler zwischen den beiden bisherigen Verhandlungspartnern, hat man doch als zwar europäisches Land in vielerlei Hinsicht Verständnis und Sympathie für amerikanische Zugänge. Offene Fragen gibt es zudem noch mehr als genug.

UK-TTIP böte die Chance für einen glaubwürdigen Neustart eines Prozesses, der auf den bisherigen TTIP-Verhandlungsergebnissen aufbauend transparent geführt würde. Mit offenem Visier unter breiter Einbindung der Zivilgesellschaft. Die Einbettung Großbritanniens in die Handelsbeziehung zwischen der EU und den USA ist eine von allen nachvollziehbare Notwendigkeit. Die Akzeptanz für dieses Vorhaben wäre jedenfalls ungleich größer als für TTIP in seiner aktuellen Situation. Ein derartiger Schritt hätte auch den Vorteil, die Handlungsfähigkeit und Gestaltungskraft der europäischen Institutionen zu dokumentieren und neues Vertrauen aufzubauen.

Der Brexit schafft die Notwendigkeit, Antworten auf Fragen zu entwickeln, die sich zum Teil auch im Rahmen von TTIP stellen. Diese Situation aktiv und gestaltend zu nutzen, ist eine einmalige Chance - für TTIP wahrscheinlich die letzte.