Pawlo Klimkin ist ukrainischer Außenminister. Er war unter anderem stellvertretender Botschafter der Ukraine in Großbritannien und ukrainischer Botschafter in Deutschland. - © ap/Sergei Chuzavkov
Pawlo Klimkin ist ukrainischer Außenminister. Er war unter anderem stellvertretender Botschafter der Ukraine in Großbritannien und ukrainischer Botschafter in Deutschland. - © ap/Sergei Chuzavkov

Ein Denkmal im Zentrum von Kiew erinnert an die "Himmlischen Hundert", die auf dem Höhepunkt der ukrainischen "Revolution der Würde" ihr Leben geopfert haben, damit das Land eine europäische statt einer russischen Zukunft haben würde. Sie wurden auf dem Unabhängigkeitsplatz, besser bekannt unter dem Namen Maidan, von Scharfschützen erschossen, als das alte Regime mit allen Mitteln versuchte, die Revolution niederzuschlagen.

Seit jenen stürmischen Tagen 2014 versucht die neue Regierung der Ukraine mit Unterstützung Deutschlands, Großbritanniens und anderer Verbündeter dafür zu sorgen, dass ihr Opfer nicht vergebens war. Unser gemeinsames Ziel ist der Aufbau einer erfolgreichen und florierenden Ukraine, die sich des Mutes und der Ideale derer, die sich an der Revolution beteiligt haben, würdig zeigt.

Die Regierung von Präsident Petro Poroschenko hat die ambitioniertesten Reformen seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 durchgeführt. In den vergangenen drei Jahren wurden größere Fortschritte erzielt als in den 23 Jahren vor der Maidan-Revolution. Heute sind alle Abgeordneten und Staatsbediensteten in der Ukraine - insgesamt mehr als eine Million - verpflichtet, eine für jedermann einsehbare elektronische Vermögens- und Einkommenserklärung abzugeben. Diese neue Vorschrift ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und zur Bekämpfung der Korruption. Großbritannien hat auch bei der Einrichtung eines immer effektiver arbeitenden Nationalen Antikorruptionsbüros in Kiew geholfen. Außerdem wurde das elektronisches Beschaffungssystem "ProZorro" entworfen, das der Bestechung in Ministerien und anderen staatlichen Behörden ein Ende bereiten soll.

Mehr Einfluss für Bürger

Unterdessen hat die Zentralregierung ein Programm zur stufenweisen Dezentralisierung eingeleitet, das den Bürgern mehr Einflussmöglichkeiten geben soll, indem es mehr Zuständigkeiten und Gelder auf die lokale Ebene verlagert. Auch im Energie- und Bankensektor und in der Wirtschaft insgesamt haben die Behörden dringend benötigte Reformen vorangetrieben. Und allmählich zeigen sich erste Erfolge. Nach zwei Jahren, in denen die Wirtschaft um 5 Prozent schrumpfte, konnte im verganenen Jahr ein Wachstum von 2,3 Prozent verbucht werden - und für heuer werden sogar 3 Prozent vorhergesagt. Das Assoziierungsabkommen der Ukraine mit der EU wird heuer endlich in Kraft treten. Die Weigerung der früheren Regierung, dieses Abkommen 2013 zu unterzeichnen, löste die Revolution überhaupt erst aus. Die Ukrainer können nun auch visumfrei innerhalb des Schengen-Raums reisen.