Ernst Fiala (Jahrgang 1928) hat Maschinenbau studiert und war Assistent an der Technischen Hochschule Wien, Abteilungsleiter bei Daimler Benz, Professor an der Technischen Universität Berlin sowie Forschungsleiter und Vorstandsmitglied bei VW. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Heidelberg und Kragujevac. Foto: privat
Ernst Fiala (Jahrgang 1928) hat Maschinenbau studiert und war Assistent an der Technischen Hochschule Wien, Abteilungsleiter bei Daimler Benz, Professor an der Technischen Universität Berlin sowie Forschungsleiter und Vorstandsmitglied bei VW. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Heidelberg und Kragujevac. Foto: privat

Manche treten gern auf den ein, der schon auf dem Boden liegt: So ist es gerade in, auf den Diesel zu schimpfen. Dabei wird oft verkannt, dass die vorgeschriebene Maximalemission in einem Testprogramm keineswegs mit den Emissionen im Alltag übereinstimmen muss. Dass sich die Emissionen aller Straßenfahrzeuge in den vergangenen 20 Jahren drastisch verbessert haben, ist gleichwohl jedem Stadtbewohner klar. Das beweisen auch die Messwerte des Umweltbundesamts, die von jedermann eingesehen werden können. Die verbreitete Einführung von Dieselmotoren in Pkw war die weitaus wirksamste Maßnahme zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Im Vergleich zu mit Benzinmotor angetriebenen Pkw wird um 20 Prozent weniger CO2 emittiert. Der wirtschaftliche Vorteil hat dazu geführt, dass praktisch alle Lkw ausschließlich mit Dieselmotoren betrieben werden.

Der Dieselmotor arbeitet gegenüber dem Benzinmotor dank der höheren Verdichtung mit höheren Spitzentemperaturen, die einen besseren Wirkungsgrad bringen. Im Teillastgebiet verhilft der größere Luftüberschuss zu einem kleineren Verbrauch und weniger Emissionen. Höhere Temperaturen führen allerdings dazu, dass sich mehr Stickstoff mit Sauerstoff verbindet. Das entstehende Stickoxid wird aufwendig aus dem Abgas dadurch entfernt, dass es wieder in Stickstoff und Sauerstoff zurückverwandelt wird. Nach den Lkw setzen sich auch im Pkw diese Maßnahmen durch und bringen die Belastung mit Stickoxiden unter die vorgeschriebenen Grenzwerte.

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Der Gesetzgebung wird vorgeworfen, zu wenig für die Luftreinhaltung zu tun. Dass das nicht zutrifft, kann jeder an den veröffentlichten Werten und seinen Sinneseindrücken feststellen. Auch bezüglich der CO2-Emissionen sind gute Absichten erkennbar. Der österreichische Nationalrat hat rigorose Ziele vorgegeben, deren Einhaltung allerdings schwierig sein wird. Hier stehen wirtschaftliche, soziale und fundamentale Gegebenheiten im Wege. Die Vollbeschäftigung (weniger als 3 Prozent Arbeitssuchende) ist ein so wichtiges Ziel, dass es in die Grundverfassung aller Länder festgeschrieben werden sollte. Der soziale Friede steht auf dem Spiel und ist durch Arbeitslosigkeit - und besonders Jugendarbeitslosigkeit - immer gefährdet.

Das fundamentale Problem der Zunahme der CO2-Emissionen ist aber deren Zusammenhang mit dem Bruttosozialprodukt. Zwischen einem Bruttosozialprodukt von 2000 und 30.000 Dollar pro Kopf und Jahr nehmen in den verschiedenen Staaten die CO2-Emissionen von 1 auf 10 Tonnen pro Kopf und Jahr zu. Alle Regierungen streben aus gutem Grund eine steigende Wirtschaftsleistung an, was aber wegen des statistischen Zusammenhangs mit den CO2-Emissionen schwierig ist.