Für die österreichische Bundesregierung stellt Elektromobilität eine Schlüsselmaßnahme zur Verringerung der Klima- und Umweltbelastungen durch den Verkehr dar. Insbesondere stehen die Dekarbonisierung der Mobilität aufgrund des Klimavertrags von Paris sowie die Reduktion der Stickoxidemissionen wegen unzulässiger Überschreitung der Grenzwerte im Fokus.

Mit rund 28 Prozent hat der Verkehr einen wesentlichen Anteil an den CO2-Emissionen in Österreich. Seit 1990 ist eine Zunahme von 60 Prozent zu verzeichnen. Man hat versucht, die CO2-Emissionen durch effizientere Technik bei den Verbrennungsmotoren zu vermindern. Ein Weg in diese Richtung könnte unter anderem der Einsatz von elektrisch betriebenen Kfz in Verbindung mit moderner Batterietechnik, Brennstoffzellen oder Wasserstoffantrieb sein. Diese Entwicklung wird von der öffentlichen Hand gefördert und ist in der öffentlichen Diskussion positiv belegt.

Es ist jedoch zu hinterfragen, inwieweit die E-Mobilität dem Gesamtziel einer umweltverträglichen Verkehrspolitik dient und was die Nebenwirkungen sind. Eine Gruppe emeritierter Verkehrsprofessoren Deutschlands und Österreichs, zu der auch der Autor dieses Gastkommentars zählt, hat sich mit dieser Frage beschäftigt. Sie fordern, die technischen Möglichkeiten der Elektromobilität in großer Verantwortung für Menschen und Umwelt zu nutzen, die Wirkungen aber auch realistisch einzuschätzen. In der Diskussion über Elektromobilität wird vor allem von den Entscheidungsträgern und der Autoindustrie Hoffnung für die Lösung der Umweltprobleme geweckt, die aus sachlichen Gründen kaum einlösbar sind und einschneidende verkehrspolitische Rahmenbedingungen benötigen, um den erwünschten Erfolg zu haben.

Verfälschte Berechnung bei E- und Hybrid-Antrieben


Die Größe und das Gewicht der Autos spielen eine große Rolle für Energieverbrauch und Abgasmenge. Die Vergangenheit zeigt, dass der technische Fortschritt effizienterer Fahrzeugantriebe teilweise durch eine stärkere Nutzung sowie durch Kauf größerer Fahrzeuge mit größerer Motorleistung bei etwa gleichbleibenden Betriebskosten kompensiert wird. Für Elektrofahrzeuge wird dieser sogenannte Rebound-Effekt bisher nicht berücksichtigt. Die Strategien der Autofirmen zielen nach dem Vorbild des Model S von Tesla darauf ab, mit großen Wagen in den Markt für E-Fahrzeuge einzusteigen und diese dann als "ökologisch" zu kategorisieren. Vorschub für diese Strategie leistet die Gesetzgebung, die verlangt, vorgegebene Flottendurchschnittswerte für Verbrauch und CO2-Ausstoß einzuhalten, aber die Emissionen aus E-Antrieben mit null und aus Hybrid-Antrieben in verfälschender Weise herunterrechnet.