Über die Rolle, die Jerusalem für das Christentum spielt, muss hier nicht näher berichtet werden.

Es ist eine Tatsache, dass dieser für mehrere Religionen heilige Ort besonders im vergangenen Jahrhundert zu einem Brennpunkt dramatischer Entwicklungen wurde.

Vor genau 100 Jahren, im November 1917, wurde in der sogenannten Balfour-Erklärung der aufkommenden zionistischen Bewegung vom britischen Außenminister Balfour eine "nationale Heimstätte" in Palästina versprochen. Auf der Pariser Friedenskonferenz von 1919 wurde im Faisal-Weizmann-Abkommen ein "jüdischer Staat in Palästina" in Aussicht genommen, was bei der arabischen Bevölkerung Palästinas auf Widerstand stieß und zu Unruhen führte. Allerdings trat das Faisal-Weizmann-Abkommen nie in Kraft.

Vor 80 Jahren (1937) machte eine britische Kommission den Vorschlag, Palästina in einen kleineren jüdischen und einen größeren arabischen Teil aufzuteilen, was von den Arabern aber heftig abgelehnt wurde. Wahrscheinlich ein tragischer Fehler.

Das Wüten der Nazis gegen die Juden veranlasste viele europäische Emigranten, sich in Palästina anzusiedeln, und der Druck zur Errichtung eines eigenen jüdischen Staates wurde immer größer.

Vor genau 70 Jahren (1947) beschloss die UNO-Vollversammlung mit damals 33 gegen 13 Stimmen einen Teilungsplan, der aber von der Arabischen Liga abgelehnt wurde. Als im Mai 1948 der israelische Staat gegründet wurde und seine Unabhängigkeit erklärte, kam es zum Krieg mit fünf arabischen Staaten, aus dem Israel als Sieger hervorging.

Hunderttausende Flüchtlinge waren die Folge und weitere Kriege folgten, wie zum Beispiel der Sechs-Tage-Krieg des Jahres 1967 oder der Einmarsch Israels in den Süden des Libanon im März 1978.

Kurze Hoffnung auf Lösung nach Friedensnobelpreis

Es ist unmöglich, alle Einzelheiten der erbitterten Konfrontationen in den folgenden Jahren nachzuzeichnen, wobei es aber auch Phasen gab, in denen eine friedliche Lösung in Reichweite zu liegen schien, wie zum Beispiel während der geheimen Friedensverhandlungen zwischen Israel und der PLO in Oslo im Jahr 1993.

Als Jitzchak Rabin, Shimon Peres und Jassir Arafat ein Jahr später (1994) den Friedensnobelpreis erhielten, keimte nochmals Hoffnung auf eine friedliche Lösung auf. Aber ein wirklicher Durchbruch ist bisher nicht gelungen.

Im Gegenteil. Auf palästinensischer Seite kam es zur Spaltung zwischen Fatah und der radikaleren Hamas, nicht zuletzt wegen der Frage der Akzeptanz des Friedensprozesses, und die israelische Regierung bzw. die Mehrheit im israelischen Parlament rückte immer weiter nach rechts. Maßnahmen der Besatzungsmacht und militanter Widerstand dagegen, unter anderem Raketenangriffe aus dem Gazastreifen, schaukeln sich wechselseitig hoch.