Am seidenen Faden hängt jeder vierte Job in der E-Wirtschaft. Foto: apa/Harald Schneider
Am seidenen Faden hängt jeder vierte Job in der E-Wirtschaft. Foto: apa/Harald Schneider

Der heimischen E-Wirtschaft stehen, hervorgerufen durch die Energiewende und Digitalisierung des Strommarktes, massive Veränderungen ins Haus. Bis 2025 fallen gut ein Viertel der bestehenden Arbeitsplätze weg, zahlreiche neue kommen allerdings hinzu. Die Digitalisierung wird die heimische E-Wirtschaft in den nächsten Jahren also massiv verändern. Uneins sind sich die Experten nur darin, wie schnell diese Veränderungen kommen werden und wie tiefgreifend die Auswirkungen sind.

In Österreich könnten langfristig sogar bis zu 50 Prozent der heutigen Arbeitsplätze gefährdet sein. Neue Wertschöpfungspotenziale entstehen aber durch neue Geschäftsmodelle, die erst durch die Digitalisierung realisierbar sind. Zudem werden sich Teile von Wertschöpfungsketten, die aufgrund von Arbeitskostenvorteilen zum Beispiel nach Asien abgewandert sind, teilweise wieder woanders hin verlagern, wenn diese Tätigkeiten automatisierbar sind. Hochentwickelte Volkswirtschaften wie Österreich erhalten so die Chance, durch neue Geschäftsmodelle verlorene Wertschöpfung wieder zurückzugewinnen.

Zwischen Disruption und Transformation


So folgt auf den ersten Schub durch die Entwicklung der erneuerbaren Stromerzeugung nun der zweite der Digitalisierung und Dezentralisierung. Zudem kommen die Wind- und Photovoltaik-Stromerzeugung in den Kosten immer näher an Marktpreisniveau heran, was bedeutet, dass nun das Wachstum der Erneuerbaren immer stärker durch Marktkräfte und weniger durch regulatorische Rahmensetzungen getrieben wird.

War Österreich vom ersten Technologieschub aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Stromerzeugung durch die heimische Wasserkraft weniger betroffen, wird die Digitalisierung auch die österreichische Energiewirtschaft voll treffen. In Österreich war der Energieverbrauch in den vergangenen zehn Jahren in etwa konstant, abgesehen von jährlichen Schwankungen. Der Stromverbrauch ist in diesem Zeitraum etwa halb so stark gewachsen wie die Wirtschaftsleistung. Österreich hat traditionell einen hohen Anteil erneuerbare Stromerzeugung durch die Wasserkraft. Der Ausbau von Wind und Photovoltaik nimmt in Österreich zu und hatte im Vorjahr einen Anteil von 10 Prozent an der Stromproduktion. Der Anteil erneuerbarer Energieerzeugung am Gesamtenergieverbrauch in Österreich beträgt 33 Prozent. Die Wertschöpfung in der österreichischen Energiewirtschaft, also Strom, Gas- und Wärmeversorgung sowie Energiedienstleistungen, betrug im Jahr 2015 gut 7,1 Milliarden Euro. Das beinhaltete neben der Energiebereitstellung auch die durch die Investitionen generierte Wertschöpfung.