Der Fuhrpark jedes Unternehmens ist ein wesentlicher Kostenfaktor und daher von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Umso positiver reagieren Unternehmen daher auf die wachsende Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen. Davon profitieren nicht nur die Betriebe, sondern auch die Umwelt. E-Autos werden mehr und mehr zur beachtenswerten Konkurrenz für fossil betriebene Kfz. Neue Konzepte wie Corporate Carsharing feuern zusätzlich diese Entwicklung weiter an.

Raimund Wagner ist Manager in der Automobilindustrie. Der Gründer des Beratungsunternehmens Carsulting blickt auf 40 Jahre internationale Branchenerfahrung zurück. 2016 entwickelte er das neue Kongressformat "Vernetzte Mobilität" und veranstaltet einmal jährlich einen internationalen Fachkongress. Foto: privat
Raimund Wagner ist Manager in der Automobilindustrie. Der Gründer des Beratungsunternehmens Carsulting blickt auf 40 Jahre internationale Branchenerfahrung zurück. 2016 entwickelte er das neue Kongressformat "Vernetzte Mobilität" und veranstaltet einmal jährlich einen internationalen Fachkongress. Foto: privat

Die Autoren einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) und der deutschen Prüfgesellschaft Dekra sagen voraus, dass die Gesamtkosten von Elektrofahrzeugen weiter sinken und bereits 2020 ohne zusätzliche staatliche Förderungen unter den Kosten von vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren liegen werden. Da gerade Wartung und Reparatur bei Fuhrparks die Kostenspirale nach oben treiben, ist dies bei Elektrofahrzeugen aufgrund des geringeren Anfalls ein schlagendes Argument. Die Wirtschaftlichkeit beginnt bereits mit der Anschaffung, und auch hier sind die Vorteile mehr und mehr im Schwinden. Elektrische Nutzfahrzeuge, im Leasing betrieben und abgeschrieben, werden ebenfalls zunehmend günstiger. Alleine die Batteriekosten, die 2010 noch mehr als 600 Euro pro Kilowattstunde betrugen, liegen heute bei rund 200 Euro und werden 2020 wohl unter 100 Euro sinken.

E-Golf ist bereits billiger als Benzin- und Diesel-Golf

Einen für Unternehmen sehr interessanten Kostenvergleich hat im heurigen Jänner der ADAC in Deutschland erstellt. Der E-Golf beispielsweise kostet bei einer Laufleistung von 10.000 Kilometern im Jahr 63,2 Cent pro Kilometer - die Benziner-Variante ist bereits bei gleicher Laufleistung um 0,3 Cent teurer, in der Dieselversion schlägt sich der Mehrpreis sogar mit 5,7 Cent zu Buche. Auch bei höheren jährlichen Laufleistungen behält der elektrische Bruder die Oberhand. Die Kostenentwicklung wird noch positiver, wenn die Fahrzeuge mit selbst erzeugtem Strom etwa aus einer Photovoltaik-Anlage geladen werden. Höhere Stückzahlen und damit weiter sinkende Kaufpreise lassen Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren noch stärker den Flottenmarkt erobern.

Die hohe Energieeffizienz von Elektrofahrzeugen tut der Umwelt gut und ermöglicht hohe Energieeinsparungen. Neben den Kostenvorteilen reduziert sich etwa beim E-Golf gegenüber dem Diesel-Golf bei einer Jahresfahrleistung von 30.000 Kilometern der Energieverbrauch von 13.400 Kilowattstunden auf rund 3.800. Dies entspricht einer jährlichen Einsparung von mehr als 70 Prozent. Noch überzeugender ist der Vergleich bei den CO2-Emissionen mit einer mehr als 90-prozentigen jährlichen Reduktion von rund 3,25 Tonnen auf 187 Kilo. Ein mit Ökostrom betriebenes Elektrofahrzeug ist damit unschlagbar umweltfreundlich. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen im Fuhrpark zeugt von einer hohen Umweltkompetenz im Unternehmen - auch in der Öffentlichkeit.