Gerade die EU-Bürger haben vom Unionsprinzip, niemanden zu schädigen, massiv profitiert, hinsichtlich ihrer Rechte, des Konsumentenschutzes, ihrer Freiheit und Freizügigkeit, des Friedens und des ökonomischen Wohlstands, um nur ein paar Aspekte zu benennen. Im Vergleich: Die Regierungen in den Nationalstaaten folgen mindestens teilweise Parteiinteressen. Dass dabei ein Teil der Bürger geschädigt werden kann (wenn nicht sogar soll), ist politischer Alltag.

Die bisherige nationale Volksabstimmungspraxis in der EU, um das zu wiederholen, "darf" dazu führen, dass die EU-Bürger sich schädigen lassen müssen. Es ist bei genauer und kritischer Betrachtung eine absurde Situation. Es wäre gut, im Jahr 2018 darüber endlich EU-weit zu debattieren. Hier versteckt sich das Demokratiedefizit der EU und nicht dort, wo es bisher immer vermutet wurde (mangelnde demokratische Legitimation der Kommission, des Rats, der EZB, des EuGH).

Das angebliche Demokratiedefizit der EU versteckt sich ganz woanders, als bisher angenommen wurde.