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Früher war auch nicht immer alles besser, genauso wie der gesunde Menschenverstand auch nur der Spiegel der Vorurteile seiner Zeit ist. Doch es gibt durchaus wesentliche Änderungen zu früher (also circa vor dem Jahr 2000, bevor Digitalisierung, respektive Vernetzung ordentlich zugeschlagen haben). Da wäre erstens die Schnelligkeit - noch nie haben sich Meldungen so schnell verbreitet. Auch gibt es, in Relation zur Menge an Meldungen, viel weniger Filter, die beispielsweise Zeitungsredaktionen oder Presseagenturen übernehmen.

Die fehlenden Filter sollten eigentlich durch die Menschen aufgefangen werden, die aber allesamt keine Ausbildung (Stichwort: Medienkompetenz) haben. Auch wenn man nicht immer alles gelehrt bekommen muss, um es anwenden zu können - da geht es nicht um ein Wissen von spezifischen Gesellschaftsschichten, sondern eben um die gesamte Gesellschaft. Insofern ist es schon tragisch, wenn einerseits immer mehr politische Teilhabe gefordert wird, der Bürger sich aber nicht argumentativ fundiert mit Wissen ausstatten kann, weil er die Masse an Information nicht kanalisieren und bewerten kann.

Die Wahrheit ist tot

Manipulation und Verzerrung gehörten schon immer zum Nachrichtengeschäft - das ist nichts Neues. Aber durch die Schnelligkeit und mediale Möglichkeit der bildlichen Darstellung, immer und überall (Videoscreens in der Öffentlichkeit, Smartphones, Gratiszeitungen, etc.) Stimmungen zu produzieren, entsteht heute viel schneller eine Hysterie die selbst den vielzitierten Hausmeister vom Stammtischweisen zum Celebrity einer medialen Bewegung werden lässt. Eines ist heute klarer geworden: Die Wahrheit ist tot - es kommt aber immer auch auf die Sichtweise an.

Heute existieren mehrere Fundamentalismen, während früher, vor allem zu Zeiten des Kalten Kriegs, mehr Ideologien vorherrschten. Heute gibt es religiöse oder ethnisch motivierte Fanatiker und auch politisch korrekte Fundamentalisten. Sie alle verfälschen Argumente. Es gibt keine Wahrheit mehr, alles wird ad absurdum geführt, weil die Protagonisten der jeweiligen Glaubensrichtung hemmungslos Daten manipulieren, um ihre Botschaft an die Menschen bringen zu können. Nachrichten werden unter den Teppich gekehrt, wenn die Message nicht genehm ist. Da wird ebenso für Jesus gelogen, wie für linke Heilsbringer die Wahrheit so hingebogen wird, dass nur noch die schönen Seiten gezeigt werden und zum Beispiel die Arbeitslager eines Fidel Castro einfach nicht existiert haben, beziehungsweise werden die Überbringer unangenehmer Nachrichten gleich als "Rassisten" beschimpft oder oder "islamophob" genannt.