Damit alle was vom Karfreitag haben und nicht nur die Arbeitnehmer mit der "richtigen" Religion, nämlich nicht bloß die Evangelischen, muss er eben in Zukunft (und die beginnt am 19. April) geteilt werden. Also halbiert. Logisch, oder? Wieso sind aber trotzdem alle angefressen? Na ja, weil das das Wesen einer österreichischen Lösung ist. Dass am Ende keiner was davon hat. (Der König Salomon war ein Österreicher? Dieser Typ, der in einem Sorgerechtsstreit das Baby in zwei Teile schneiden hat wollen?)

He, wäre ein halber Tag nicht bereits zu Mittag vorbei und nicht erst um zwei? Und packen an einem Freitag um die Zeit nicht ohnedies die meisten schon zusammen? Der bisherige Feiertag wird jedenfalls auf einen Feiernachmittag reduziert. Doch dabei in Wahrheit sogar noch länger. (Um sieben Buchstaben - n, a, c, h, m, i und t.) Genialer Zaubertrick. Niemandem wird was genommen, allen gegeben. Eigentlich hat keiner einen Grund, sich aufzuregen. Und "die Wirtschaft"? Hatnatürlich einen: die Marie. (Feiertagszuschläge und so.) Weil Freizeit ist Geld. Viel Geld. Und dafür gibt’s ja eh den Urlaub. Und in der Pension wird man davon auch noch genug haben. (Von der Freizeit. Nicht vom Geld.) Ein ganzer Feiertag hätte die Betriebe laut Wifo 400 bis 600 Millionen gekostet. Das macht für den halberten immer noch 200 bis 300. Und die will "die Wirtschaft" ersetzt haben. Ach, soll sie sich die Entschädigung doch selber zahlen. Von den 800 Millionen bis 1,2 Milliarden, die sie sich heuer erspart, weil der Dreikönigstag und Mariä Empfängnis praktischerweise auf einen Sonntag fallen. (Zwei freie Tage weniger, juhuu!) Und 2020 fällt Allerheiligen quasi aus und wegen dem Schaltjahr müssen alle obendrein einen zusätzlichen Tag reinhackeln. Gratis. Aber lieber jammert "die Wirtschaft" halt über die 13, bald 13,5 Feiertage. Oster- und Pfingstsonntag nicht mitgerechnet. Weil die zählen nicht. Da ist sowieso Sonntag.

Zuerst hat also ein Angehöriger einer religiösen Minderheit (ein Konfessionsloser) geklagt, weil er ebenfalls einen Feiertag haben wollte (einen religiösen Feiertag für die Atheisten? Nein, eh den Karfreitag), und herausgekommen ist ein nicht einmal zur Gänze halber Feiertag. Ein eher nur zur Hälfte halberter. Ein viertelter. Und jetzt wird wohl ein Angehöriger einer anderen religiösen Minderheit (ein Evangelischer) vor Gericht gehen, weil er seinen ganzen Feiertag zurückhaben will. Das landet irgendwann sicher vor dem EuGH und dann - wird der 6. Jänner in Eineinhalbkönigstag umbenannt? Werden sämtliche Feiertage halbiert! Wegen dem Gleichheitsgrundsatz. Oder man schafft sie gleich überhaupt ab. (Besonders den 1. Mai. Ist doch total absurd, dass ausgerechnet am Tag der Arbeit nichtgearbeitet wird.) Und ersetzt sie durch flexible Feierstunden, die bequem gegen Überstunden getauscht werden können. (Unbezahlte.) Und selbstverständlich ist eine vom Pfarrer/von der Pfarrerin unterschriebene Bestätigung vorzulegen, dass man wirklich in der Kirche war. Und für die geschäftsschädigenden 52 Sonntage wird sich auch eine Lösung finden. Hm. Sonntagsruhe erst ab 14 Uhr? Die Leute sollen ja eh länger arbeiten, weil sie immer älter werden, und wie sollen sie das sonst bewerkstelligen, wenn sie oft schon mit 50 rausgeworfen werden, weil sie zu alt sind für den Arbeitsmarkt? Mit einer 60-Stunden-Woche etwa?