Den Traumlauf von Marcel Hirscher habe ich versäumt. Und in der Wiederholung möchte mich mir das auch nicht anschauen. Wiederholung ist was für ganz viel später im Leben. Wenn man sich nicht mehr aus dem Bett bewegen kann. Vorher sollte sich das keiner antun.
Schuld waren die Schweinskoteletts. Noch eine Lebensregel, die der Mensch spätestens beim Kauen lernt: Niemals marinierte Schweinskoteletts besorgen beim Kaufrausch in einem Supermarkt, den du nicht kennst. Diesen Vertrauensvorschuss an trübe Quellen bezahlst du mit hungrigem Magen am Sonntagvormittag. Besonders Frau und Tochter werden nicht mit frechen Sprüchen geizen. Während Marcel Hirscher in Schweden den Hügel hinunter saust. Und ganz Österreich hinschaut außer dir. Weil du gerade in dem Moment mit der Entsorgung der Schweinskoteletts beschäftigt bist. So schnell kann es gehen. Im Schirennsport.
Später bin ich dann beim zufälligen Herumschalten über eine Debatte gestolpert. Es saßen ein paar gestandene Herren am Tisch, allesamt nicht wirklich sportlich anzusehen, dazu eine ältere Nonne und die ehemalige Schirennläuferin Nicola Werdenigg. Es ging in der Diskussion nebenbei auch um Sport. Die Runde hatte was gegen den Wettbewerb. Und Nicola Werdenigg meinte an einer Stelle,
man sollte in der Schule nicht Sport zum Sportunterricht sagen. Bewegung wäre besser.
Irgendwann hörte ich dann am Tisch im Fernsehen alle "Internationale, Internationale" schreien. Quer durcheinander. Ich dachte zuerst, die meinen wirklich das Lied. Aber da war ich wohl schon etwas abgelenkt. Lachen musste ich trotzdem. Ich soll mich nicht so blöd aufführen, meinte meine Frau. Sie hatte genauer zugehört. Und nein, sie haben natürlich nicht das Lied gemeint.
Bewegung statt Sport. Darüber könnte man nachdenken. Bewegungsminister. Klingt wirklich besser. So ausgeschrieben auf der Visitenkarte.