Frauen haben da ein echt großes Problem: den kleinen Unterschied. Weil der beträgt immerhin ungefähr 20, nein, nicht Zentimeter: Prozent! Der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern. Angeblich. (He, genauso hoch ist die Mehrwertsteuer! Von der sollte man die Frauen befreien, bis sich die Einkommensschere geschlossen hat.) Wenn sie nämlich Kinder kriegen (nicht, dass allein die für den Gender Pay Gap verantwortlich sein sollen), dann werden die Frauen Mütter. (No na.) Und nicht Väter. Was natürlich ihre Karrierechancen verringert. Und eben ihr Einkommen. (Wieso "natürlich"? Und sollen sie sich vielleicht zu Vätern umoperieren lassen?)

Kein Wunder also, dass immer mehr Arbeitnehmerinnen im gebärpflichtigen, Tschuldigung: -fähigen Alter bei uns streiken. Nein, sie legen nicht etwa die Arbeit nieder für mehr Geld, sie treten in den Gebärstreik. Inzwischen kommt es deswegen bereits zu Engpässen im Gesundheitswesen. Ach, werden zu wenige Ärzte geboren? (Die Ärztinnen sind hier klarerweise mitgemeint.) Oder zu wenige Patienten, dass die Mediziner zum Praktizieren sogar schon auswandern müssen? Na ja, auf jeden Fall werden die Zivildiener schön langsam knapp. Und die, die geboren werden (und die müssen, wohlgemerkt, Österreicher sein, da kann man nicht einfach "die Flüchtlinge" nehmen), die werden immer untauglicher. Haben Übergewicht, was mit der Psyche . . . (Würden die Sanitäter werden, könnten sie sich ja gleich selber ins Spital abtransportieren.) Und wer fürs Bundesheer nicht taugt, der muss auch keinen Wehrersatzdienst leisten.

Weil uns allerdings anscheinend bald die Zivis ausgehen werden, wird jetzt offen darüber diskutiert, ob man die Untaugis nicht wenigstens zum Zivildienst zulassen könnte. Im Ernst? Adipöse Psychos? Wäre es nicht viel gescheiter, ein neues Wort ins "Österreichische Wörterbuch" aufzunehmen? ("Zivildienerin.") Und die allgemeine Wehrpflicht einzuführen? (Allgemeinheit, die: alle. Nicht "alle mit Ausnahme jener Personen, die im Fortpflanzungsfall Mama werden".) Und weil die Frauen bekanntlich "das pflegende Geschlecht" sind, würden sie sich sowieso mehrheitlich den Zivildienst aussuchen. Moment. Die sind doch ebenfalls nicht ganz dicht. Ja, aber dafür gibt’s diverse Hygieneprodukte. Und das prämenstruelle Syndrom? Also, wenn ich mir die Symptomliste so durchlese (Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, Hyperaktivität, Reizbarkeit, Aggressivität, grundloses Weinen oder Lachen . . .), verwandeln sich einige Frauen einmal im Monat in Werwölfinnen oder Zombies und sollten in den Tagen vor ihren Tagen lieber in Sicherungshaft genommen werden. Na und? Doch an den übrigen Tagen sind sie tauglich.

Hm. Ist ein Gebärersatzdienst nicht ein bissl sexistisch? Tja, selber schuld. Hätten die Frauen halt mehr Zivildiener auf die Welt gebracht. Und wenn sie nachher trotzdem noch schwanger werden? Füllen sie eben das Formular E 30 aus und setzen den Gschrappen von der Steuer ab. Mit dem "Familienbonus Plus" sparen sie jedenfalls bis zu 1500 Euro Steuern pro Kind und Jahr. Außerdem bekommen sie eh die Kinderbeihilfe. Selbstverständlich werden sie den neunmonatigen Zivildienst aber auch in Form einer Schwangerschaft ableisten dürfen. Ist das ein Vorschlag vom Viktor Orbán? Nein, warum?