Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne". Sein neues Buch mit zahlreichen Kolumnen (unter anderem auch aus der "Wiener Zeitung") heißt "Lexikon der Nichtigkeiten" und ist im Satyr-Verlag (Berlin) erschienen.
Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne". Sein neues Buch mit zahlreichen Kolumnen (unter anderem auch aus der "Wiener Zeitung") heißt "Lexikon der Nichtigkeiten" und ist im Satyr-Verlag (Berlin) erschienen.

Stichwort Brexit: Das britische Parlament stimmt immer gegen alles. Gegen den Deal, gegen den No-Deal, demnächst wahrscheinlich gegen sich selbst. Viel leichter würde man zu einer Entscheidung kommen, wenn man dem britischen Unterhaus sagen würde: Entweder ihr sagt einmal, wofür ihr seid, oder ihr bekommt eine Gratis-Flugreise mit dieser Boeing 737 Max 8.

Unruhe in der SPÖ: Schlag nach bei Lessing. In der SPÖ kann endlich Ruhe einziehen, wenn Pamela Rendi-Wagner sich bei "Nathan der Weise" bedienen würde. Dann erhielten sowohl der Tiroler als auch der burgenländische wie auch der Wiener SPÖ-Chef einen Ring mit der Gravur "Für den einzigen, großen Parteivorsitzenden". Danach wären die drei nämlich so beschäftigt damit, sich gegenseitig in die Goschen zu... äh... die besten Argumente auszutauschen, dass die Frau Wagner endlich einmal Ruhe hätte, um eine große programmatische Parteireform umzusetzen. Fragt sich nur, ob ihr dann wer zuhören würde. Oder ob nicht alle gespannt auf den Dreikampf der drei Alpha-, nein, Beta-, nein, Gamma-, nein, Gemma-Männchen starren täten.


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Böse Kühe auf der Alm: Um die brandgefährliche Situation auf den Almen in Österreich nachhaltig zu verbessern, bräuchte es einen mutigen Schritt. Statt etwa einem Hundeverbot auf Almen wäre es viel geschickter, ein Rindergebot für Hundebesitzer einzuführen. Wer im Besitz eines Hundes ist, muss sich ab sofort auch ein Rindviech zulegen. Familienmitglieder gelten nicht. Die Rinderzonen in Stadtparks und Gärten wären im Nu überfüllt. Und statt des "Sackerl fürs Gackerl" heißt es jetzt "Die Scheibtruh’ ist / für den Kuhmist".

EVP und Orban: Auch zwischen der EVP und Viktor "Putinello" Orban könnte man die Stimmung entspannen. Orban müsste einfach nur betonen, er habe niemals irgendwelche europäischen Parteifreunde "nützliche Idioten" nennen wollen. Im Gegenteil sehe er seine Kollegen in Europa eher als "nutzlose Sauschädeln", "unnötige Dumpfgummis" oder "überflüssige Volldillos". Allein mit dieser selbstkritischen Klarstellung ließe sich die Situation entkrampfen. Und auch für EVP-Kollegen Sebastian Kurz wäre diese Entschuldigung "klar, ehrlich und absolut ausreichend".

Der Balkon am Heldenplatz: Mit ganz anderen Dingen muss sich das österreichische Haus der Geschichte herumschlagen. Hier sucht man einen adäquaten Umgang mit jenem Balkon, von dem aus der erfolgreichste auslandsösterreichische Charlie-Chaplin-Imitator aller Zeiten die staatliche Eigenständigkeit seiner "Heimat" abgeschafft hat. Nun soll der Balkon öffentlich zugänglich werden, aber - in welcher Funktion? Freilich könnte man diesen Ort einfach als Raucherbalkon für den Bundespräsidenten nutzen. Viel geeigneter wäre es allerdings, diesen historisch hochaufgeladenen Ort den Bewohnern und Besuchern der Stadt in seiner natürlichsten und logischsten Form zur Verfügung zu stellen. Man müsste dort einfach nur ein Klo installieren. Und jedes Jahr wird der Mensch, der dort den größten Haufen gemacht hat, am 15. März zum ?Shitler of the year? ausgerufen. Und schon sind alle total erleichtert.