Stell dir vor, es ist Freitag, und alle gehen hin. Alle, die in der Schule sein sollten, zumindest. Am 15. März 2019 wollten jedenfalls alle Schüler (und -innen) so sein wie dieses schwedische Mädchen mit den Zopferln. Wie die Pippi? Nein, wie die Greta. Sie haben also fürs Klima auf den Unterricht verzichtet. (Haben die Fahrschüler und -innen mitgestreikt?) Stattdessen sind sie auf die Straße gegangen.

Dort war ich ebenfalls. Auf der Straße. Und hab meinen bescheidenen Beitrag geleistet. Oder eigentlich war’s ja der Heinz. Der hat seinen Benziner stehen lassen. Aber ich bin immerhin auf dem Beifahrer-und-innen-Sitz gesessen. Im Stau. ("Hoffentlich schreibt di jetzt ka Parksheriff auf. Weil müsstest net schö langsam an Parkschein ausfüllen?") Na ja, dafür würden die Schulschwänzer den Klimawandel aufhalten. Sich in den Sommerferien weigern, mit Mama und Papa in einen Flieger nach Griechenland einzusteigen. Oder Energie sparen. Kein Licht anmachen, wenn’s dunkel wird, sondern im Finstern aufs Handy starren. Na und? Braucht das etwa keinen Strom? Wie die E-Autos, die sie später fahren werden? Ach, solang’s kein Atomstrom ist. (Wann werden endlich diese mit Kernenergie betriebenen Taschenrechner verboten, die sicher krebserregend sind? Nämlich die mit den Solarzellen. Schließlich ist die Sonne ein Fusionsreaktor, oder?)

Hm. Warum sind wir denn nicht bequem mit den Öffis . . .? Der Heinz hat was transportieren müssen. Was Schweres, Sperriges? Das auch. (Mich. Und sich.) Doch vor allem ein Leiberl aus Irland. Von der irischen Fußballnationalmannschaft. Was Grünes für die St.-Patrick’s-Day-Parade. Äh, er ist mit dem Auto nach Irland . . .? Nein, nach Floridsdorf. Zum Hans. Der das Leiberl allerdings in Irland gekauft hat. (Das ursprünglich aus China stammt.) Hätte er nicht einfach eins von Rapid nehmen können? Schon. Aber der einzige Rapidfan, den der Heinz kennt, wohnt in Höflein.

"Du, deaf i ane rauchen? I moch eh das Fenster auf." - "Untersteh di, Heinz! Wehe, du mochst des Fenster auf! Host no nix von dieser Studie aus Mainz ghört? Die Luft do draußen is tödlicher als das Rauchen. Mir wär echt wohler, i tät mit lauter Elektroautos im Stau stecken." - "Die ham a Reifen. Und produzieren mit denen Feinstaub. Durch den Abrieb." - "Reiben tun’s heut jo eher net vü." Irgendwann haben wir dann in einem Parkhaus Schutz gesucht. Da war nur leider nichts frei. Weil ein Mercedes gleich für zwei geparkt hat. Also zurück in den Stau. (Nach Zahlung eines Parkentgelts von vier Euro.)

Gut fürs Klima war die Demo definitiv nicht. Sie hat den Treibstoffverbrauch erhöht ("an viertelten Tank hot mi der Spaß gekostet!") und den CO2-Ausstoß. Und der Flughafen Wien-Schwechat kriegt trotzdem seine dritte Piste, damit noch mehr Flugzeuge starten und landen können. Die Zukunft hat nämlich offenbar überhaupt nicht vor, mit dem Zug zu fahren wie die Greta Thunberg. Oder der Kim Jong-un. (Der war sogar 60 Stunden auf den Schienen, bitte. Bei seinem Trip nach Vietnam. Sollte man ihn nicht wenigstens für den halben Friedensnobelpreis nominieren?) He, und wie war die Parade? "Ganz toll. Bloß gsehn hab i halt nix. Weil sie blöderweis net am St. Patrick‘s Day woa, am 17., sondern schon am Tog davua, am Samstag. Wahrscheinlich, damit die Leit mehr saufn kennan." Das hat sich ausgezahlt.