Auf fehlende Lektüre im Flugzeug reagiere ich wie ein Kleinkind ohne Internet im Ferienhaus. Ich drehe total durch. Besser also man hat was mit. Lesen ist die letzte Freude an dieser Art der Fortbewegung. Ansonsten gibt es eh nur Stress beim Fliegen. Aber auch das Lesen ist nicht leicht.
Krimis zum Beispiel sind ganz gefährlich. Da kann es schnell passieren, dass dir schon nach zehn Seiten völlig wurscht ist, wer wen wo warum und auf welche Weise umgebracht hat, aber du sitzt immer noch zwei Stunden lang in der Kiste fest. Lieber lange Artikel, die du nicht verstehst, das bist du schon gewohnt. Das ist dir damals in der Schule auch so gegangen und du durftest trotzdem nicht nach draußen. Zuletzt bin ich von Köln nach Wien geflogen. Ich las einen sehr ausführlichen Text über die schwarzen Löcher, die es im Weltraum gibt. Was die dort genau tun, hat nicht einmal Albert Einstein verstanden. Oder so. Stephen Hawking kommt im Artikel auch vor. Von den anderen Namen habe ich noch nie etwas gehört. Die anderen Namen haben alle an den allerbesten Universitäten studiert. Sie scheinen wenigstens zu wissen, was sie nicht verstehen. Ich begreife nicht einmal das.
Schwarze Löcher sind irgendetwas richtig Großes im Weltraum, das jede Materie schluckt und irgendwie auch den Raum und die Zeit aus dem Fenster wirft. Klar, sagt da jetzt mein Physiklehrer, bravo, sehr gut, setzen, Krobath. Aber Physiklehrer sind sowieso schon länger nicht mehr mein Problem. Was mich direkt zu den Hühnern führt.
Ich habe in Naturgeschichte maturiert. Bestnote Befriedigend. Das haut zwar keinen Elternteil vom Hocker, aber durch ist durch und 40 Jahre später interessiert das sowieso niemanden mehr. Außer du sitzt in Wien im Wirtshaus und einer bestellt den Steirischen Backhendlsalat. Wer wusste, dass Hühner keinen Hahn brauchen, um Eier zu legen, der zeige bitte auf. Tja. Da schreibt einer in der Zeitung und trotzdem ist er der totale Depp. Soviel zum Zustand der Welt.