Seit Tagen bereits kann ich meine Wohnung nimmer verlassen. Schön langsam geht mir das Cola aus, bin ich kurz vorm Verdursten. (Und wie wär’s mit Leitungswasser? - Wer trinkt, bitte, Leitungswasser?!) Ich finde nämlich wieder einmal nix zum Anziehen. Obwohl (oder eigentlich gerade weil) mein Kasten bummvoll ist. He, hat die EU nicht dasselbe Problem? Nur dass ihr Kasten halt viel, viel größer und voller ist. Weil sie da ihre Verordnungen reinstopft.

1000 davon gehören dringend weg, meint der Bundeskanzler. Stimmt. Die machen doch nix anderes, als den Menschen . . . die Farbe der Pommes vorzuschreiben, zum Beispiel. (Die restlichen 999 überflüssigen Verordnungen sucht er noch. Soll sich doch der Karas durch den ganzen "Regelungswahnsinn" wühlen. Ist sein Job, oder?) Grad dass die EU nicht die Löcher im Käse zählt. Okay, das ausnahmsweise sollte sie tun. Die Löcher verbieten. Oder wenigstens eine CO2-Steuer darauf einheben. Die kommen schließlich von diesem Klimakiller, dem Kohlendioxid. Und übrigens: Das sind Bakterien-Fürze. (Wenn das den Leuten einmal einer sagen würde, würde ohnedies keiner mehr in einen Emmentaler beißen wollen.) Und falls nach der EU-Wahl jemand den Kasten endlich ausmistet, wäre sowieso wieder genügend Platz für ein paar neue Verordnungen.

Eben erst hab ich gelesen, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre einen historischen Höchststand erreicht hat. Und als ich jetzt meine letzte Flasche Cola aufgeschraubt habe: pfft! Schuldbewusst hab ich sofort aufs Etikett geschaut: "Zutaten: Wasser, Kohlendioxid . . ." Kohlendioxid? (Und ich hab das Molekül des Bösen soeben befreit!) Mist, ich hab gedacht: Kohlensäure. Oh, Wasser plus Kohlendioxid ergibt Kohlensäure? Echt? Da wollen die Klimaschützer eine CO2-Steuer auf Benzin, und über die Softdrinks, die vor lauter CO2 sogar schon blubbern und schäumen, regen sie sich nicht auf. Oder übers Bier. Nicht, dass ich für eine Bier-Prohibition wäre. Die gesamte EU würde aus der EU austreten. Nein, eine CO2-Steuer auf kohlensäurehaltige Getränke würde reichen. Na ja, und eventuell Warnhinweise wie auf den Tschickpackln ("Das Öffnen dieser Flasche/Dose erwärmt die Erde", " . . . erhöht das Risiko von Unwettern"). In Zukunft trinke ich im Lokal bloß noch ein kleines Soda-Zitron und kein großes. (Jedenfalls sobald das Gewand, das ich online bestellt habe, eingetroffen ist und ich wieder raus kann.) Und ich verzichte auf die Milch im Kaffee. Äh, seit wann enthält Milch Kohlensäure? Tut sie eh nicht. Dafür gast die Kuh Methan ab. Und das ist noch ärger. (Hm. Eine Methan-Steuer auf Milch?) Vom Cola muss ich leider weiterhin zwei Liter pro Tag in mich reinschütten. Ich bin süchtig, hallo? Und solange dieses "Cola für Arme" verkauft wird, von dem eineinhalb Liter 35 Cent kosten, werde ich sicher nicht freiwillig einen Entzug machen. (Ach, das regelt sich spätestens, wenn mich die EU statt Plastikflaschen welche aus Glas schleppen lässt.)

Hiermit gelobe ich feierlich, auch nie mit dem Joggen anzufangen. Ist schlecht für die Luft. Da atmet man schneller. Und öfter. Und also mehr CO2 aus. Jogger sind solche Egoisten. Tun dauernd was für die eigene Gesundheit und schädigen dabei das Klima, das uns allen gehört. Gfraster. Aber für eine CO2-Steuer auf Laufschuhe ist ja bald was frei im Kasten.