Nur weil es keine 0,5-Promille-Grenze für Politiker gibt. Aber wer, bitte, hätte deren Einhaltung überprüfen sollen - auf Ibiza? (Ich weiß ja nicht einmal, wo Ibiza liegt. Mein Globus kennt bloß Mallorca. Und auch der Mr. Google, der mich auf Schritt und Tritt beschattet, kann bestätigen: Mein Handy war nie dort.)

Die Reality-TV-Szenen von dieser ominösen Insel haben mich jedenfalls aufgerüttelt. Ach, und jetzt werde ich nie wieder irgendwen wählen? Weil was, wenn das wieder so einer ist, der, noch bevor ich ihn überhaupt wählen kann, also noch während des Wahlkampfs, nach Ibiza fliegt und in einem schlüpfrigen Skandalfilm mitwirkt ("Zwei Männer und ein Million Rouble Baby"), in dem er seine Machtergreifung unter Einhaltung der österreichischen Rechtsordnung plant? (Der weiß wohl nicht, dass eine Million Rubel grad einmal 14.000 Euro sind.) Nein, natürlich werde ich zur Wahl gehen. Meine erste Reaktion auf diese schockierenden Aufnahmen war allerdings, dass ich . . . meine Wohnung nach Überwachungskameras abgesucht habe. (Nicht, dass ich etwas zu verbergen hätte. Ich krieg sowieso nie Besuch. Am wenigsten von Leuten, die mir die "Kronen Zeitung" kaufen würden. Die muss ich mir schon selber besorgen. In der Trafik.) Und tatsächlich hab ich zwei gefunden. Okay, über die hab ich eh längst Bescheid gewusst. Und sie abgeklebt. (Die Webcam am Laptop und die Selfiekamera vom Handy.) Das mit Ibiza hat freilich eins gezeigt: Nicht so sehr die Bilder sind das Problem als vielmehr der Ton. Ohne den würde der HC nämlich lediglich mit zwei Frauen, eine hat lauter Pickel im Gesicht, auf der Couch sitzen (Tschuldigung: Pixel hat sie, nicht Pickel) und mit dem Johann G. Scharade spielen. (He, ich hab’s: James Bond. Oder will der G. mit der Puffengeste den Dirty Harry pantomimisch darstellen?) Zwei Pflasterln sind zumindest keine besonders effektive Spionageabwehr.

Wir alle werden ja permanent abgehört. Von der Wiege bis zur Bahre. Babyphone (Ist das denn legal? Minderjährige belauschen?) hab ich keins bei mir daheim entdeckt. Oder eine aufmerksam zuhörende Dose. Dafür hat mein Laptop ein Mikro. Hm. Und wo? Angeblich neben der Webcam. (Hab’s gegoogelt.) Echt? Das klitzekleine Loch? Glaub ich nicht. Wie soll meine Stimme da durchpassen, hallo? Wer auf Nummer sicher gehen will, muss aber ohnedies "die Audio-Treiber entfernen". (Und wo befinden sich die nun wieder?) Oder "die Lötstelle des Audio-Ports schmelzen". Aha. Auf keinen Fall soll man irgendwelche Öffnungen zupicken. Es könnten die Lüftungsschlitze sein. Wobei: Wenn sich der Computer aufheizt, schmilzt vielleicht zufällig die Lötstelle des Audio-Ports. Probier ich gleich aus. Und was mach ich mit dem Handy? Das lässt sich ja bloß stummschalten, nicht taub. Gut, beim Telefonieren erscheint auf dem Display so ein Mikrofon-Symbol. Tipp ich eh immer drauf, wenn ich den Heinz anrufe. (Den Heinz-Christian? Nein, den nicht.) Dann hört er mich zwar nicht, aber den Chinesen geht’s genauso. (Er hat ein Huawei-Handy.)

Gibt’s keine bessere Lösung? Doch. Socken. Einen. Und den zweiten nicht wegwerfen! (Der erste wird ja irgendwann gewaschen.) Eine schalldämmende Handyhülle also? Viel genialer. Den Socken in den eigenen Mund stopfen. Weil der wirksamste Abhörschutz ist: sich selber zu knebeln.