Ich kann’s mir eigentlich selber nicht erklären, warum ich das gemacht habe. Es sieht mir zumindest überhaupt nicht ähnlich. Zuerst hab ich ja eh noch versucht, mich davon abzuhalten, weil: Ist das denn nicht gefährlich? Schließlich wirbelt man dabei jede Menge Staub auf. Schon. Aber nicht diesen Feinstaub. Sondern den groben. Den Grobstaub. Und der ist völlig harmlos. Und dann hab ich’s halt einfach getan: Staub gewischt.

Völlig harmlos? Das Beuschel hab ich mir rausgehustet! Und das ist ja wohl der Beweis dafür, dass das Abstauben genauso ungesund ist wie das Rauchen. Am 31. Mai (also heute, Freitag) ist trotzdem Weltnichtrauchertag und nicht Internationaler Tag des Nichtstaubwischens. (Auch wenn diese ominösen Nichtraucher wahrscheinlich gar nicht existieren. Nur Raucher und - Passivraucher.) Beim Staubwedeln im DVD-Regal ist mir jedenfalls was aufgefallen. Dass "Frühstück bei Tiffany" "ab 16 freigegeben" ist. Ab 16? Dieselbe Altersfreigabe wie für "Rambo I" und "9 ½ Wochen"? Vor ein paar Jahren noch hätte ich sicher gedacht, dass ich mich verlesen hätte, und in Wahrheit stünde da "ab 6". (Obwohl: Am Ende wird ein süßes Kätzchen brutal im Regen ausgesetzt.) Inzwischen allerdings ist mir sogar 16 noch zu wenig streng. He, die Audrey Hepburn spielt immerhin eine . . . Raucherin. Und Zigaretten sind ja jetzt erst ab 18 erlaubt.

Was? Die Holly Golightly soll so eine Art Prostituierte darstellen? Nie im Leben. Die nimmt von ihren Begleitern doch höchstens Geld "fürs Klo". Jedes Mal einen 50-Dollar-Schein. Äh, ist das nicht ein bissl viel für einen Toilettengang? Nein, wieso? Im Gegenteil. (Ein einziges Blattl Papier, hallo?) Tschicken tut sie dafür wie der Hudriwudri. Okay, ihrer Wachsfigur bei der Madame Tussi (oder wie man die schreibt; ich kann kein Französisch) hat man das Rauchen mittlerweile abgewöhnt. Ihr kurzerhand das lange Stangerl entrissen, mit dem sich die Raucher vor diesem schädlichen Passivrauch schützen, weil vom Passivrauch kriegt man Krebs. Ihren Passivrauch-Abstandhalter meine ich, den Zigarettenspitz. Aus den 110 Filmminuten dagegen (und in jeder raucht irgendwer) müsste man locker zwei Packln Tschick rausschneiden, die komplette Handlung, damit das Ganze jugendfrei wäre.

Sobald sich im TV jemand eine anzündet, schalte ich sowieso sofort um. Nicht, weil ich prüde wäre (oder noch keine 18). Sondern weil ich nicht auch noch in meinem eigenen Wohnzimmer mitpaffen will. Und nicht einmal das öffentlich rechtliche Fernsehen ist rauchfrei. Inspektor Columbo und so. Na und? Qualmt der nicht ohnedies in einem abgetrennten Raucherbereich, nämlich im Fernseher drin? Außerdem ist das kein richtiges Passivrauchen, bestenfalls ein platonisches. Ja, eh. Aber erstens kann keiner die Folgen des platonischen Passivrauchens wirklich abschätzen (oder gibt’s etwa Studien dazu?), und zweitens ist der Raucherbereich ein alter Röhrenfernseher mit erschreckend vielen Lüftungsschlitzen, und wer weiß, was da alles rauskommt (dieser Feinstaub womöglich). Hm. Von einem rauchfreien Planeten wird man doch wohl noch träumen dürfen, oder? Und wann, wenn nicht am Weltnichtrauchertag? Andererseits: Sterben die Raucher aus, verlernt die Menschheit vielleicht eine essenzielle Kulturtechnik: Feuer zu machen. Weil was, wenn die ihre Feuerzeuge mitnehmen?