Gerne nehme ich mir einen Zettel. Das Kind ist sehr geschickt mit seinen Zetteln. Es ist nett, es strahlt geradezu vor Eifrigkeit und es hat keine Mozartperücke auf. Das Kind kommt gut an bei den Passanten. Viele gehen mit einem Zettel weiter. Kleine blassgrüne Punkte treiben durch die Wiener Innenstadt.
Auf dem Zettel geht es um Klimastreik mit Greta. Ich habe ihn mir auf den Kühlschrank geklebt. Quasi Schockbild. Wie bei den Zigaretten. Greta Thunberg ist auf Einladung von Arnold Schwarzenegger nach Wien gekommen. Auf dem Foto, das ich vor mir sehe, steht er groß wie ein Bär hinter der kleinen Schwedin und hält beschützend seine mächtigen Pranken auf ihren Schultern. Dabei sollte es doch genau umgekehrt sein.
Arnold Schwarzenegger ist mit dem Privatjet zum Klimagipfel angereist. Vermutlich weil er dann gleich weiter nach Kitzbühel muss. Das mag zwar jetzt echt nicht das beste Beispiel sein für die Jugend dieser Welt, aber erstens spielt der Terminator in einer anderen Liga als unsereins und zweitens hat er dafür eine feine Rede gehalten. Die mit der Bemerkung zum Punkt kam, dass damals in der Steiermark alle meinten, vielleicht ist der Bub wirklich deppert, nur weil er nach Hollywood wollte. Man muss verrückt sein, sonst geht im Leben gar nichts weiter, meinte der Terminator. Und da gebe ich ihm Recht.
Als Student wollten zwei Freunde von mir eine Rettungszille der Stadt Wien klauen und sich so bequem und billig die Donau entlang bis ans Schwarze Meer treiben lassen. Da musste man unter Anderem durch mehrere Ostblockgrenzen durch. Es sollte ein Abenteuer werden. Ich weiß wirklich nicht mehr warum, aber im letzten Moment bin ich abgesprungen. Wahrscheinlich war ich wohl zu feig.
Die Anderen sind nach drei Monaten wieder zurückgekommen. Sehnig, drahtig, braun wie die Seebären. Sie hatten ihre Geschichten zu erzählen. Quasi Mark Twain im Wirtshaus. Huckleberry Finn und Tom Sawyer. Abenteuer am Mississippi. Ich war der, der im Buch nicht vorkommt. Im Gegensatz zum Terminator.