Was machen die Klima-Streiker eigentlich im Sommer? (Also immerhin während der Hauptsaison der Erderwärmung.) Na ja, schwitzen wahrscheinlich. Oder die Klimaanlage einschalten. Ach, das ist überhaupt keine Scherzfrage? Dann lautet die Antwort eventuell: einen Abflug.

Jedenfalls werden sie nicht streiken. Weil das kann man bekanntlich nicht, wenn man sowieso frei hat, oder? He, und wenn die in den Ferien tatsächlich auf irgendeiner griechischen Insel am Strand liegen und uns hier einfach mit dem Klimawandel alleinlassen, mit diesem Mutanten, der uns grillt und zwischendurch ertränkt und Hagelkörner nach uns schleudert? Moment: Auf eine griechische Insel kommt man mit dem Zug? Nein, wieso denn mit dem Zug? Bloß weil ein schwedisches Mädchen mit Zöpfen Flugangst hat? Außerdem werden sie im Herbst eh wieder auf die Straße gehen (gehen - zu Fuß). Und bei Minderjährigen bestimmen immer noch die Eltern den Aufenthaltsort. Und wenn das eben Zakynthos ist, müssen die Kinder notgedrungen mitfliegen. Dafür würden sie ihre Maturareise aber sicher gern mit der Bahn machen. Würden. Nämlich wenn die Reiseveranstalter ihnen nicht dauernd nur "Sonne, Strand, Party und Spaß" auf Mallorca anbieten täten ("7 Nächte inkl. Flug").

Nicht einmal der Arnold Schwarzenegger kann auf die Bahn umsteigen. Und der hält auf fast jeder Klimakonferenz eine Rede, bitte. Okay, zuerst mit der Greta Selfies machen und dann mit dem Privatjet zurück nach Kalifornien düsen, das wirkt ein bissl halbherzig. Doch es pressiert halt. Beim Klimaschutz können wir echt nimmer trödeln. Und wenn der Arnie jedes Mal mit dem Schlauchboot aus Amerika herüberrudern müsste oder auf den Zug warten, also darauf, dass endlich einer nach dem Vorbild des Eurotunnels einen Dollartunnel gräbt und unterm Atlantik 6000 Kilometer Schienen verlegt, käme er garantiert zu spät. Zu seinem eigenen Klimagipfel. Und warum steigt er nicht in eine Linienmaschine? Äh, hallo? Damit ihn die Schlange beim Boarding wertvolle Zeit kostet, die das Klima nicht mehr hat? Und ich? Muss ich nun bis September mit dem Zug ziellos in der Gegend herumfahren, um ganz allein die Erderwärmung aufzuhalten? (Weil um das Klima zu retten, kann man ja wohl schwerlich die Schulferien abschaffen. - Kann man nicht?) Hm. Könnte ich stattdessen nicht lieber aufs Duschen verzichten? Das Duschgel ist schließlich in einem Plastikflaschl drin. Plastik, pfui! Noch dazu ist Plastik ein Erdölprodukt. Wie Benzin. Und das mag die nächste Friedensnobelpreis- und vermutlich bald auch Heiligenscheinträgerin gar nicht. (Der Papst will die Greta heiligsprechen? Nicht unbedingt, aber wenn eine Uni ihr ohne Schulabschluss den Ehrendoktortitel verleihen kann. Was wäre denn schon groß dabei, sie wenigstens zu einer Heiligen honoris causa zu machen?)

Zwei Monate stinken also. Blödsinn. Es heißt "Fridays For Future", nicht "24/7 For Future"! Dusch ich eben am Donnerstag und verwende nachher ein 48-Stunden-Deo. Weiters werde ich mir an den kommenden Freitagen nicht die Zähne putzen (der Griff der Zahnbürste ist aus Plastik), kein Sudoku lösen (Kuli: Plastik) und kein Cola trinken (wegen dem CO2, das beim Öffnen der Flasche mit dem Pfft entweicht). - Zwischen zehn und 14 Uhr. (Oder demonstrieren die Schüler vielleicht den ganzen Tag?)