Am Ende vielfacher Möglichkeiten, die allesamt rasch und verlässlich zu einem unnatürlichen Massensterben im Reich des Krobath führen würden, am Ende dieser apokalyptischen Aufzählung des Schreckens und des Verderbens, am Ende meinte der Besucher in unserem neuen Garten, dass man die Schnecken doch einfach auch aufessen könnte. Weinbergschnecken stehen in den feinsten Lokalen der Stadt auf der Speisekarte, meinte der Besucher, besonders in Frankreich ist das so und so viele Schnecken wie ich hier habe, da ist es doch besser gleich ich fange mit den Schnecken an, wenn ich Hunger habe und hebe mir die Idee mit dem Salat und dem Gemüse für sehr viel später auf.
Das meinte der Besucher auch.
Beim Garten ist das so wie beim Fußballnationalteam. Jeder, der zu Besuch kommt, kennt sich aus. Aber zum Schluss verlieren wir trotzdem gegen die Deutschen. Die Schnecken habe ich in einen Kübel getan und runter zum Garten getragen, den keiner betreut. Da können sie in Gestrüpp und Unkraut glücklich werden. Ich habe jede Schnecke einzeln aus dem Eimer geholt und gezielt aufs Gras gesetzt. Schneckenfühler Richtung weg von mir. Schneckenfühler Richtung Nachbargrundstück. Auch so vergeht der Tag.
Als Kind habe ich mich immer gewundert, wie die ersten Siedler im Wilden Westen überhaupt überleben konnten bei den vielen Indianern da. Mittlerweile weiß ich: Die Indianer sind die halbe Miete. Vorher finden dich die Viecher. Irgendwas, das krabbelt und dir an den Salat will, gibt es immer. Vorbild Mexiko. Eventuell stelle ich mir Kakteen ins Hochbeet. Man kann die Schnecken einfach auch in der Mitte auseinander schneiden. Und dann am Besten noch Salz drauf streuen. Das hat die resche Freundin meiner Frau geraten. Mir ist kurz schlecht geworden. Ich wollte einen Garten haben. Keinen Folterkeller.