Am 1. November wird gefeiert. Ja, eh. Allerheiligen. Aber ist das nicht eher ein besinnlicher Feiertag? Mit Friedhofsbesuchen und so? Schon. Doch heuer werden außerdem noch die Raucher vor die Tür gesetzt. Oder gestellt. Beziehungsweise dürfen sie drinnen halt nimmer tschicken. Nicht, dass sie Lokalverbot kriegen würden. Die Gastronomie wird ja bloß rauchfrei, nicht raucherfrei.

Jetzt jammern allerdings die Shisha-Bar-Besitzer. Stimmt eigentlich. Die können echt zusperren, wenn sie ihre Gäste bei Wind und Wetter rausjagen müssen. Mit einer unhandlichen "Vase mit Schlauch", hallo? Und bis man die fertiggeraucht hat, vergeht locker eine Stunde. Dabei gibt’s für alles eine Lösung. Eine österreichische. Werden aus den Shisha-Bars eben kurzerhand Nikotinkaugummi-Bars. Raucherentwöhnungs-Bars? Blödsinn. Nikotinkaugummis sind längst nimmer der fade Drogenersatz aus der Apotheke. Die sind inzwischen selber eine Lifestyle-Droge. Kriegt man in diversen Geschmacksrichtungen (Freshfruit, Icemint . . .). Und das Kauen hat sowieso was von einem Ritual. (Circa eine Minute ganz langsam kauen, "bis Sie einen würzigen/pfeffrigen Geschmack spüren". Kaugummi in der Wange deponieren, "bis der Geschmack nachlässt. Diese beiden Schritte wiederholen Sie 30 Minuten lang".) Also wenn in den Lokalen bisher Tschick verkauft werden durften und die so schädlich sind, dann sollte man mit dem "Gegenmittel" doch wohl kein Problem haben, oder?

Müssen wir nur noch die Nichtraucher im Schanigarten auf gut Österreichisch davor schützen, geräuchert zu werden. Der ist ja ausgenommen, der Schanigarten, obwohl die Luft im Freien unter Sonnenschirmen, die den Rauchabzug erschweren, womöglich sogar schlechter ist als drin im Raucherbereich mit Lüftung. He, Schanigarten mit Schirmen: Rauchen verboten! Ohne Schirme: erlaubt! Passt. Andererseits: Wie kommen die Nichtraucher dazu, wegen der Raucher einen Sonnenbrand zu kriegen? "Goa ned." Mein Lieblingsraucher hat sich da natürlich gleich einmischen müssen, der Bernard G., dessen richtiger und vollständiger Name sicher nie auf einem Flugticket nach Schweden stehen wird, wo er nicht einmal mehr im Gastgarten qualmen dürfte. "Die sollen sich g’fälligst alle reinsetzen. In ihre rauchfreie Gastronomie. Dafür hams doch schließlich gekämpft. Und ned den Rauchern die anzigen Sitzplätz’ wegnehmen, die die noch ham." Auch wieder wahr. Und drinnen ist man wenigstens nicht der Erderwärmung schutzlos ausgeliefert. Dort gibt‘s eine Klimaanlage.

Und die armen Anrainer? Wer schützt die vor der Lärmbelästigung durch das erhöhte Raucheraufkommen unter ihren Fenstern? Ein Taferl: "Bitte pssst!" Hm. Wäre ein generelles Rauchverbot in der Öffentlichkeit nicht viel effektiver? Meinetwegen aber eh erst ab 22 Uhr. (Nachtruhe!) "Du wüst a nächtliche Ausgangssperre für Raucher einführen?" Nein, wieso? Raus dürfen sie ja jederzeit. "Wenn i ned rauchen darf, bleib i daham. Und glaubst ned, dass das halberte Lokal um zehn vor zehn auf die Straße stürmen tät, um sich noch g’schwind eine anzuzünden? Und dabei an Verkehrsstau auslöst?" Okay, dann halt die schwedische Lösung: Vor der Tür wird überhaupt nicht mehr geraucht. Basta. "Und wenn die Wirte ihre Eingangstüren einfach aushängen bis zur Sperrstund’?"