Am Aufregendsten gestaltet sich die Auswahl der Unterhosen. Also ich meine jetzt nicht von Form und Farbe her, sondern rein der Menge nach. Zuerst kalkulierst du mit einer Unterhose pro Tag für den Urlaub auf der Ziegeninsel im Mittelmeer, dann packst du noch zwei, drei als Reserve dazu, dann spürst du plötzlich, dass es höchste Zeit für eine Zigarettenpause ist und dann stehst du am Fenster und rechnest nach.
80 Prozent des Tages wirst du in der Badehose verbringen. 80 Prozent der Abende auf der Terrasse vorm Ferienhaus. Stranddisco-Exzesse gehören der Vergangenheit an. Eine osteuropäische Milliardenerbin mit Hang zum älteren Wiener kennst du gerade nicht. Soll heißen, die Hälfte der Unterhosen kommt wieder in den Kasten. Dafür liegt jetzt das Lieblingsleiberl gleich ganz oben im Koffer. Wer im Urlaub auf das Lieblingsleiberl vergisst, kann gleich wieder heim fahren. Außer man steht auf Lieblingsleiberl, wo fett der Schriftzug Ballermann am Bierbauch prangt. Die gibt es auch vor Ort zu kaufen.
Rechtzeitig zur Sommersaison hat der Krobath begriffen wie man den perfekten Urlaubskoffer packt. Zuerst denkt man an die Bücher, dann an die Sonnencreme, dann an die Flipflops und dann legt man alles in den Koffer, was man sonst noch braucht. Drei Stunden später gibt man mindestens ein Drittel davon wieder raus. Was ist völlig egal. Hauptsache nicht das Lieblingsleiberl. Aber das hatte ich schon erwähnt.
Auf meiner Urlaubsinsel gibt es einen Strandclub, da kannst du dich zwischen dicken Yachten im warmen Wasser treiben lassen und dabei Gin Tonics mit Gurke trinken. Früher dachte ich mir, da musst du gestylt sein wie ein Rennstallbesitzer, sonst nimmt dich ohnehin keiner ernst. Habe auf die harte Tour gelernt, das hilft auch nicht weiter. Die Damen an solchen Stränden begreifen sofort, wer eine Yacht hat und wer nur so tut als ob. Wurde mir irgendwann auch egal. Die wichtigste Feriengarderobe ist der Waschbrettbauch. Der Rest muss improvisieren.