Immer wenn ich derzeit die Nachrichten einschalte, muss ich automatisch an einen Bildschirmschoner denken: "Kaminfeuer." Oder "Lagerfeuer". Nur dass dort nicht dauernd einer aufgeregt dazwischenredet und mir mit dem Weltuntergang droht. (Dabei kann ich gar nix dafür, ich besitze nicht einmal ein Feuerzeug.)

Ein brennender Regenwald ist halt echt nimmer romantisch. Noch dazu, wenn aus der Lunge der Erde offenbar grad die Raucherlunge der Erde wird. Aber die gute Nachricht ist: Die Luft wird uns deswegen nicht ausgehen. Höchstens der Sauerstoff. Und die schlechte Nachricht? Na ja, das mit dem Sauerstoff. (He, Bäume produzieren den!) Und außerdem gelangt durch das Feuer jede Menge CO2 in die Atmosphäre. Wieso das? Ach, wahrscheinlich wegen der vielen Löschflugzeuge. Weil Fliegen so eine ungünstige CO2-Bilanz hat.

Die Brände dürften zwar großteils gelegt worden sein (von Sojabauern und Viehzüchtern), der Klimawandel soll freilich auch ein bissl schuld sein. Und bis die Gentechniker den unbrennbaren Baum erschaffen und ausgewildert haben (und wir die daraus erzeugten Papiersackerln nie wieder loswerden), sind wir alle erstickt. Nein, ich kann da nicht mehr länger zuschauen. Ich muss was unternehmen. Den Fernseher ausschalten? Oder ich stell mich jeden Freitag vor das Hotel, neben dem ich wohne, und demonstriere fürs Klima. Dass sie diese Unterkunft für Klimasünder endlich schließen. Weil die Leute, die dort absteigen, reisen eher nicht mit dem Zug an. (Und ich werde nachher wenigstens nimmer um fünf in der Früh vom sehr regen Lieferverkehr aufgeweckt.) Okay, es wird einem nicht unbedingt leichtgemacht, auf dem Boden zu bleiben. Das hat jetzt sogar die Greta erfahren müssen. Damit sie nicht sündigen muss (in einen Flieger steigen), tun das nämlich andere selbstlos für sie. Und die haben anscheinend gehofft, dass sie es eventuell nicht merkt. Also wie die Lösung für diese knifflige Variante des Flussüberquerungsrätsels aussieht, wo normalerweise einer mit einem Wolf, einer Ziege und einem Kohlkopf ans andre Ufer muss, dabei jeweils bloß einen Passagier an Bord holen kann, aber keinen mit seinem Fressfeind allein lassen darf. Und hier sind eben derweil fünf weitere Leute auf die andere Seite geflogen, um am Ende das Boot zurückzubringen. Dafür haben die zwei, die die Greta, ihren Papa und den Filmemacher in Amerika abgesetzt haben, für den Rückweg einen Transatlantikflug gebucht. Und wie kommt die Greta heim? Hm. Vielleicht borgt ihr dieser Spanier, der nach Hawaii gerudert ist, sein Paddelboot. Und selber fliegt er.

Mein Thema ist trotzdem noch das Baumsterben. Gerade erst hab ich mit dem Heinz diesbezüglich schimpfen müssen: "In Brasilien brennt da Regenwoid ab und du frogst die Kellnerin nach an Zahnstocher?" - "Der is ja wohl ned aus Tropenholz." - "Darum geht’s ned." - "Worum denn dann?" - "Dass die Zahnstocher verboten g’hörn. Und diese andern Baumschädlinge. Die Einweg-Essstäbchen." - "Die tauschst beim Asiaten doch sowieso immer glei gegen Messer und Gabel um." - "Jo eh. Ab sofort ernähr ma uns baumneutral. Also a ka Hotdog beim Würschtlstand mehr. Das Schweindl im Würschtl drin könntens ja mit Regenwald-Soja g’füttert ham. Das gilt fürs Schnitzel natürlich genauso." - "In Zukunft kannst allein essen gehen, gell?"