Zuerst hat man sie gesteinigt und jetzt wird sie auch noch gepfählt. Wau, klingt echt brutal. Irgendwie nach Overkill. Das Steinigen hat ihr allerdings eh nicht geschadet, der Maria H. (ihr vollständiger Name steht auf Schildern im 6., 7., 14. und 15. Bezirk - okay, er lautet Mariahilfer Straße, kurz: Mahü). Dann werden ihr die paar Hundepissoirs, die man ihr nun reinrammt (um die Bäume zu entlasten?), wohl ebenfalls nix anhaben können.

Mittlerweile ragen bereits fünf aus der beliebten Steinsavanne heraus. (Steinsavanne: steinige Landschaft mit einzelnen Bäumen und mit karger Vegetation in Granittrögen.) Und wie, bitte, sollen fünf mickrige Poller (so nennt man diese Dinger mit großem Stehvermögen) die Erderwärmung aufhalten? Gar nicht. Uns terrorisiert doch nicht nur das Klima, hallo? Oh, stimmt. Mich vor diesen religiösen Fanatikern zu fürchten, die "Ungläubige" niedermähen, das hab ich ja schon ganz vergessen. Dabei bin ich eine Ungläubige ohne Anführungszeichen. Außerdem: Die Poller gegen den Klimaterror sind - na? Bäume!

Moment: Fünf Poller? Fünf? Tschuldigung: sechs. Der sechste liegt da noch irgendwo herum. Neben einem Kieshaufen. Aber hat man uns am oberen Ende der Mahü nicht acht versprochen? Ja, ja. Zwei kommen noch. Und zwar direkt auf die Fahrbahn. Damit potenzielle Attentäter (und alle andern) drumherumfahren müssen. Das ist schließlich eine Begegnungszone, oder? In die dürfen P- und Lkws halt rein. Und warum sollen hier bloß die Fußgänger Pollern ausweichen müssen?! Denen hat man sie nämlich quer über den Gehsteig gepflanzt. (Gehsteig? Besteigen tut man den ja eigentlich nimmer. Seit der Niveau-Angleichung.) Die beiden Fahrbahn-Poller wird man übrigens bei Bedarf wieder rausziehen können. Mit einem Kran. Falls es einmal nötig ist, ungehindert durchzufahren. Also mindestens bei jedem Vienna City Marathon. (Äh, sollten die Läufer da nicht eher - laufen?)

Poller reichen natürlich noch nicht, um die Mahü terrorfit zu machen. Drum werden, im oberen Bereich, die Passanten kurzerhand auf die Straße gesetzt. Mitten auf die Straße. Zu ihrem eigenen Schutz. Auf Granitmöbeln, um die die Autos in Schlangenlinien herumkurven müssen. Zur Verkehrsberuhigung. He, das sind keine Schlangenlinien, das sind "Verschwenkungen der Fahrbahn"! Und anscheinend kommen dort die derzeitigen Pflastersteine weg. Und stattdessen? Ein Anti-Terror-Belag? Mugelpiste? Treibsand? Falsch. Dickere Pflastersteine! Ach, damit sie bei einem Anschlag nicht brechen, weil die Terroristen ja so schweres Gerät verwenden (SUVs, Lkws)? Oder weil die Leute immer übergewichtiger werden, und dann stellen die sich auch noch zu zweit auf den E-Scooter? Nein, wegen der stärkeren Belastung durch die "verschwenkte" Fahrweise. Hm.

Und wenn die einfach den Seiteneingang nehmen? Die Schottenfeldgasse? Müssen sie beim Einbiegen sowieso eine Kurve fahren. Und die bremst sie runter. Darum geht’s doch. Entschleunigung. Und Radarkistln würden die Terroristen eben nicht einschüchtern. Kann mich ein "entschleunigter" Laster denn nicht totfahren? Schon. Aber ich bin vorher längst weggerannt. Wozu finden wohl dauernd irgendwelche Massenlaufveranstaltungen statt? Die Bevölkerung muss trainieren. Bis das menschenfreundliche Auto (kein Gaspedal, nur eins zum Bremsen) endlich Marktreife erlangt hat.