Im Tiroler Unterland, irgendwo zwischen Walchsee und Kössen, touchierte vor ein paar Wochen ein Tesla eine Leitschiene und krachte dann wohl schleudernd gegen einen Baum. Durch den Aufprall hat der Wagen bzw. seine Batterie Feuer gefangen. Mutige Passanten retteten den Lenker aus dem Auto.

Die Feuerwehr kam aus Schwaz angebraust, weil näher stationierte Feuerwehren nicht für solche Unfälle ausgerüstet sind: Man brauchte einen Container, um den verunfallten Tesla dahinein zu versenken und mit Wasser zu kühlen. Die Herstellerfirma selbst veranschlagt 11.000 Liter Wasser, um ihre Autos im Brandfall dauerhaft zu löschen. Die Batterien von E-Autos entflammen nämlich bis zu drei Tage nach dem ursprünglichen Brand immer wieder, erklärte der Feuerwehrkommandant einem ORF-Journalisten. Lokale Medien berichteten, dass an der Unfallstelle Erdreich abgetragen und wie Sondermüll behandelt werden musste, weil hochgiftige Substanzen aus der Batterie ausgetreten waren.

Ein umweltbewusster Bekannter fährt ein kleines E-Auto, das laut Hersteller ohne Ladevorgang locker einmal zwischen Innsbruck und Kufstein hin- und herfahren kann. Als im vergangenen Jänner die Temperaturen auch tagsüber im Minusbereich blieben, schaffte er es nach Kufstein. Auf dem Rückweg, den er nach ein paar Stunden antrat, blieb das Auto irgendwo knapp nach der Hälfte liegen. Die Kälte hatte die Batterie geschwächt.

Als der Ex-Bundesgeschäftsführer der SPÖ nach seinem Rücktritt seine persönlichen Sachen aus dem Büro holte, wurde berichtet, er sei mit einem Porsche vorgefahren. Dass der Tiroler SPÖ-Chef dieselbe Automarke fährt, war später ebenfalls Gegenstand der nationalen Berichterstattung. Ich habe kein Naheverhältnis zu Autos. Eher empfinde ich eine Art Dankbarkeit dafür, dass unser 13 Jahre alter Sechssitzer uns seit vielen Jahren gute Dienste erweist. Ich mag ihn, ungefähr so wie meine Waschmaschine. Es stört mich aber auch nicht, wenn andere Leute ihre Autos oder spezielle Marken gern mögen. Es ist nun einmal unterschiedlich, was den Menschen Freude macht.

Neuerdings scheint aber das Auto eine Art Messlatte für Moral zu werden. Es ist ein demonstratives Gutsein, das bestimmte Autos für ihre Besitzer ausstrahlen, und natürlich ein ebensolches Bösesein bei Autos wie etwa dem unseren, das auch noch mit Diesel läuft. An sich, sagt der Herr, der uns alljährlich das Pickerl macht, ist unser Wagen noch gut beisammen. Wir werden versuchen, damit so lange zu fahren, wie es nur geht. Ich habe deswegen auch kein schlechtes Gewissen. Und wenn ich jemals der Fridays-for-Future-Demo in unserem langsam rostig werdenden Auto begegnen sollte, hoffe ich auf die Nachsicht der jungen Leute.